Saudi Aramco Aktie: Gewinn trotz Angriffen
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 10:21 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Angriffe auf die eigene Infrastruktur drücken nicht auf die Bilanz: Saudi Aramco hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet. Der Ölpreis, getrieben vom Konflikt zwischen den USA und dem Iran, füllt die Kasse des weltgrößten Ölexporteurs. An der Börse in Riad gab die Aktie dennoch leicht nach.
Preise gleichen schwache Mengen aus
Der bereinigte Nettogewinn stieg um neun Prozent auf 31,2 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen deutlich. Der ausgewiesene Nettogewinn lag mit 36,3 Milliarden Dollar noch klar darüber. Die Erlöse kletterten auf 140,5 Milliarden Dollar, vor allem wegen höherer Preise für Rohöl sowie für Raffinerie- und Chemieprodukte. Die verkauften Mengen gingen hingegen zurück.
Der durchschnittlich erzielte Rohölpreis lag bei 95,2 Dollar je Barrel, nach 70,1 Dollar im Vorjahr. Gegenüber dem zweiten Quartal bedeutet das allerdings einen Rückgang, denn damals waren es noch 108,1 Dollar. Entsprechend sank auch der Gewinn im Quartalsvergleich, weil sich die Spannungen zwischen Washington und Teheran zwischenzeitlich etwas beruhigten.
Die Aktionäre profitieren weiter: Der Verwaltungsrat hat eine Basisdividende für das dritte Quartal von 21,9 Milliarden Dollar beschlossen, 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Auszahlung folgt im vierten Quartal. Die Dividenden stützen zugleich den Staatshaushalt des Königreichs.
Umwege durch die Straße von Hormus
Die Huthi-Rebellen nahmen zuletzt gezielt Aramco-Anlagen ins Visier, darunter Yanbu als Endpunkt der Ost-West-Pipeline, Raffinerien im Westen, ein großes Ölfeld und sogar den Hauptsitz. Die Pipeline fiel vorübergehend aus. Aramco wich deshalb auf die Route durch die Straße von Hormus aus und weitete im September die Verladungen in Ras Tanura aus, um Marktanteile in Asien zurückzugewinnen.
Die Investitionsausgaben sanken im Zuge der Unterbrechungen spürbar. Konzernchef Amin Nasser kündigte an, zusätzliche Lagerkapazitäten im Ausland und alternative Exportwege zu prüfen.
Die Berater von Wood Mackenzie sehen die Erholung der Golf-Förderer als fragil an. Umgehungsrouten bergen eigene Risiken, die Durchfahrt durch Hormus ist nur teilweise wiederhergestellt, und der Geldsegen hängt an hohen Preisen. Langfristig könnte Aramco seine Gasförderung in einer eigenständigen Einheit bündeln. Für Beteiligungen daran kämen internationale Ölkonzerne oder staatliche Konzerne infrage, etwa für Flüssiggas-Geschäfte.
Die Aktie notierte zeitweise 0,15 Prozent tiefer bei 26,06 Saudi-Riyal. Die Anleger preisen den Gewinnsprung offenbar bereits ein, während Brent mit rund 106 Dollar weiter hoch bleibt. Sollte sich der Preis nahe dieser Marke halten, dürfte das vierte Quartal erneut von den Preisen getragen werden.
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