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Saudi Aramco Aktie: Gassparte soll allein glänzen

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 18:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Evercore untersucht eine mögliche Neuordnung des Gasgeschäfts; ein Börsengang ist bislang weder beschlossen noch terminiert.

Saudi Aramco prüft eigenständige Gassparte und möglichen Börsengang
Moderne Industrieanlage zur Erdgasverarbeitung in der Abenddämmerung mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Saudi Aramco denkt über eine Aufspaltung seines Gasgeschäfts nach. Die Investmentbank Evercore wurde mit der Prüfung einer Restrukturierung beauftragt, die eine eigenständige Gassparte schaffen und langfristig sogar einen Börsengang dieses Bereichs ermöglichen könnte. Auch die Boston Consulting Group ist an den Plänen beteiligt, intern als "Project Gamma" bezeichnet.

Die Dimensionen sind beachtlich: Bei einem möglichen Börsengang oder Verkauf einer Minderheitsbeteiligung könnte die Gassparte mit mehr als 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Konkret ist davon bislang nichts – die Pläne befinden sich noch in der Diskussionsphase und könnten sich noch ändern.

Jafurah als Wachstumstreiber

Der Vorstoß passt zur Strategie des Konzerns, das Gasgeschäft massiv auszubauen. Aramco plant Investitionen von mehr als 100 Milliarden Dollar in das Jafurah-Feld und weitere Projekte. Bis 2030 soll die Gasproduktion um rund 80 Prozent steigen, während der Konzern aus diesem Segment einen zusätzlichen operativen Cashflow von bis zu 15 Milliarden Dollar anpeilt.

Eine eigenständige Gassparte könnte frisches Kapital anziehen, ohne dass Aramco Anteile am Kerngeschäft mit Rohöl abgeben müsste. Für den saudischen Staat, der über den Staatsfonds PIF und direkte Beteiligungen der größte Profiteur der Aramco-Dividenden ist, wäre das ein Weg, neue Finanzierungsquellen zu erschließen, ohne die Kontrolle über das Ölgeschäft zu verwässern.

Parallel dazu prüft Aramco offenbar auch Asset-Verkäufe von bis zu 35 Milliarden Dollar. Das Kapital soll staatliche Projekte und Dividendenzahlungen absichern – ein Hinweis darauf, wie stark Riad auf den Konzern als Finanzierungsquelle für den Staatshaushalt setzt.

Für die Gassparte gibt es noch keinen Zeitplan. Sollte sich die Restrukturierung konkretisieren, dürfte ein Börsengang frühestens in den kommenden Jahren realistisch werden – vorausgesetzt, Aramco und die saudische Führung entscheiden sich tatsächlich für diesen Schritt.

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