Sappi Aktie: Schwefelpreis steigt um 300 Prozent
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 16:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Starke Zuwächse auf der einen Seite, herbe Rückschläge auf der anderen – bei Sappi liegen Licht und Schatten aktuell nah beieinander. In den letzten 30 Tagen kletterte die Aktie um 38 Prozent nach oben. Am Freitag korrigierte das Papier allerdings deutlich auf 0,75 Euro.
Schwefelpreis belastet die Bilanz
Explodierende Kosten für Rohstoffe bremsen den Papierhersteller derzeit aus. Besonders der Schwefelpreis bereitet dem Management Sorgen. Seit Beginn des Geschäftsjahres verteuerte sich der wichtige Hilfsstoff um mehr als 300 Prozent. Politische Unruhen im Nahen Osten treiben die Preise massiv nach oben.
Hinzu kommen teure Logistikwege und steigende Ausgaben für Chemikalien. Diese Belastungen fressen einen Großteil der Einsparungen wieder auf. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres sparte Sappi durch eine strikte Ausgabendisziplin bereits rund 100 Millionen US-Dollar ein.
Hoffnungsträger in Nordamerika
Ein wichtiger Wachstumstreiber bleibt das Somerset-Werk in den USA. Dort hat Sappi eine Papiermaschine erfolgreich umgerüstet. Der Absatz von Verpackungskarton stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Die Anlage lief zuletzt mit etwa drei Vierteln ihrer Kapazität.
Parallel dazu treibt Sappi den Umbau in Europa voran. Ein geplantes Joint Venture mit UPM für das Geschäft mit grafischen Papieren wartet auf die Freigabe der Behörden. Die Aktionäre haben dem Deal bereits zugestimmt. Bis zum Jahresende soll die Transaktion abgeschlossen sein und frisches Kapital in die Kassen spülen.
Fokus auf den Schuldenabbau
Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Verschuldung eine Belastung. Das Management konzentriert sich daher primär auf den Abbau der Verbindlichkeiten. Investitionen fließen aktuell fast ausschließlich in die Instandhaltung bestehender Anlagen. Neue Großprojekte stehen hinten an.
Spannend wird es im November 2026. Zu diesem Termin veröffentlicht das Unternehmen seine nächsten detaillierten Geschäftszahlen. Der Vorstand rechnet für das vierte Quartal mit einer spürbar höheren Profitabilität. Grund dafür sind ausbleibende Wartungsarbeiten und die zeitversetzte Wirkung von Preiserhöhungen bei Textilzellstoff.
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