SAP Aktie: JPMorgan senkt Kursziel auf 175 Euro
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 16:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zurückhaltung unter den Marktbeobachtern des Walldorfer Softwarekonzerns nimmt zu. Am Montag senkte Analyst Toby Ogg von der US-Bank JPMorgan das Kursziel für die SAP-Aktie auf 175 Euro und behielt die Einstufung auf „Neutral“ bei. Im Zentrum der vorsichtigeren Haltung stehen Befürchtungen bezüglich des vertraglich zugesicherten Cloud-Auftragsbestands sowie des künftigen Margenpotenzials.
Am Aktienmarkt reagiert das Papier verhalten: Im heutigen Handel legt der Kurs leicht um 0,5 Prozent auf 184,40 Euro zu. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie jedoch ein Minus von 12 Prozent.
Wachsende Skepsis bei Analysten
Die Zurückhaltung bei JPMorgan knüpft an eine breitere Diskussion über das Tempo der Transformation an.
Toby Ogg von JPMorgan richtet den Blick vor allem auf fundamentale Kennziffern. Die Sorgen gelten dem sogenannten Current Cloud Backlog, der die vertraglich gesicherten Cloud-Umsätze der kommenden zwölf Monate abbildet, sowie der weiteren operativen Margenexpansion.
Zwar meldete der Konzern für das zweite Quartal 2026 bei dieser Kennzahl ein Plus von 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, doch der Markt verlangt nach weiteren Belegen für eine nachhaltige Beschleunigung.
Integrationskosten dämpfen den Gewinnausblick
Zu den operativen Fragezeichen treten konkrete finanzielle Belastungen aus jüngsten Zukäufen. Für das Gesamtjahr 2026 hatte SAP den Ausblick für das Non-IFRS-Betriebsergebnis angepasst. Grund dafür ist ein Verwässerungseffekt aus den Übernahmen der Unternehmen Dremio und Prior Labs, den der Konzern auf mehr als 100 Millionen Euro bezifferte.
Für die offene Data-Lakehouse-Plattform Dremio zahlte das Softwareunternehmen rund eine halbe Milliarde Euro. Vor über einem Monat schloss SAP zudem den Erwerb von Prior Labs ab, einem Spezialisten für tabellarische Basismodelle.
In dieses Forschungsteam sollen über die nächsten vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro fließen, während die Einheit innerhalb des Konzerns unabhängig agiert. Diese Zukäufe sollen das Angebot im Bereich der agentischen künstlichen Intelligenz stärken, binden jedoch erhebliche Mittel.
Stützende Effekte durch Aktienrückkäufe
Parallel zu den Ausgaben im Software- und Forschungsbereich setzt das Management auf Kapitalrückführungen. Wie aus Unternehmensangaben vom 19. September hervorgeht, erwarb der Konzern zwischen dem 14. und 18. September 2026 insgesamt 50.000 eigene Anteile über das Xetra-Handelssystem. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 185,57 Euro je Aktie, was einem wöchentlichen Transaktionsvolumen von 9,28 Millionen Euro entspricht.
Seit dem Start des laufenden Rückkaufprogramms hat SAP damit insgesamt 8.305.886 Papiere vom Markt genommen. Diese Käufe bilden ein Gegengewicht zu den verhaltenen Analystenkommentaren, während der Konzern den Spagat zwischen teuren Technologiezukäufen und den Renditeansprüchen der Anleger bewältigen muss.
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