Santhera: Break-even im Q3 2026 ohne neue Kapitalerhöhung
Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Santhera Pharmaceuticals steuert auf einen finanziellen Wendepunkt zu. Wie das Management am Dienstag bestätigte, wird das Erreichen der Cashflow-Gewinnschwelle (Break-even) bereits für das dritte Quartal des laufenden Jahres erwartet.
Gestützt wird diese Entwicklung durch eine zunehmende Marktdurchdringung des Kernprodukts Agamree® in Europa sowie durch finanzielle Zuflüsse aus internationalen Partnerschaften. Im bisherigen Jahresverlauf konnte der Wert deutlich zulegen und weist ein Plus von 30 % auf.
Erhöhte Umsatzprognose und gesicherte Finanzierung
Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert Santhera nun einen Umsatz zwischen 80 Mio. CHF und 90 Mio. CHF. Dies stellt eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 77,2 Mio. CHF dar. Langfristig hält die Unternehmensführung an dem Ziel fest, bis zum Jahr 2028 einen Umsatz von 150 Mio. EUR zu generieren.
Besonderes Augenmerk liegt auf der finanziellen Stabilität des Unternehmens. Santhera bekräftigte am 10. August, dass zur Erreichung der Gewinnschwelle keine weiteren Kapitalerhöhungen erforderlich sind. Diese Unabhängigkeit von neuen Kapitalmaßnahmen wird unter anderem durch eine im Januar 2026 erhaltene Vorauszahlung in Höhe von 40 Mio. USD ermöglicht.
Dieser Betrag stammt aus einem Lizenzabkommen mit dem Partner Nxera Pharma für den asiatisch-pazifischen Raum. Das Papier notierte zuletzt bei 17,80 € und liegt damit 6,9 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Agamree® baut Marktposition in Europa aus
Der wesentliche Treiber für das Umsatzwachstum ist das Medikament Agamree® zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie (DMD). Am Dienstag veröffentlichte Daten zeigen eine starke Dynamik in den bereits erschlossenen Märkten: In Deutschland erreicht das Präparat einen Marktanteil von rund 40 % bei Patienten, die mit Kortikosteroiden behandelt werden. In Österreich liegt dieser Anteil sogar bei etwa 50 %.
Die Expansion in weitere europäische Länder steht unmittelbar bevor. Für das zweite Halbjahr 2026 sind Markteinführungen in Spanien und Italien geplant.
Zudem erhielt Santhera am 10. August die Zulassung durch die schweizerische Behörde Swissmedic für Patienten ab vier Jahren. Sobald die laufenden Preis- und Rückerstattungsverhandlungen abgeschlossen sind, soll das Medikament noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 auch in der Schweiz verfügbar sein.
Analysten und internationale Partnerschaften
Die Fortschritte des Unternehmens finden auch bei Experten Beachtung. Arron Aatkar und Jyoti Prakash von Edison Investment Research bestätigten am Donnerstag in einem Update den Pfad zum Erreichen des Cashflow Break-even im dritten Quartal. Ein formales Kursziel wurde in diesem Rahmen nicht vergeben.
Parallel zur europäischen Expansion treibt der Partner Nxera Pharma die Zulassung in Asien voran. Am 15. August wurde bekannt, dass die Vorbereitungen für die Zulassungseinreichung von Vamorolone in Südkorea laufen. Das dortige Ministerium für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (MFDS) hat dem Medikament bereits den Orphan-Drug-Status sowie die GIFT-Designation für ein beschleunigtes Verfahren erteilt. Damit rückt eine Markteinführung in einem weiteren bedeutenden Wirtschaftsraum näher, was die langfristigen Wachstumsambitionen des Unternehmens stützen könnte.
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