Sanofi Aktie: Tausch statt Verkauf
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 15:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sanofi trennt sich von einem Teil seines Altmedikamenten-Geschäfts – und bekommt dafür keine Barzahlung, sondern eine Beteiligung. Der Konzern hat mit dem deutschen Familienunternehmen Cheplapharm eine strategische Partnerschaft angekündigt, die den Konzern stärker auf Innovation ausrichten soll.
20 Medikamente gegen eine Kapitalbeteiligung
Cheplapharm übernimmt 20 etablierte Wirkstoffe aus dem Sanofi-Portfolio, darunter das Blutverdünner-Präparat Lovenox/Clexane – allerdings ohne den US-Markt. Im Gegenzug erhält Sanofi einen Anteil von 26,4 Prozent an dem deutschen Pharmaunternehmen. Mit im Paket sind drei Produktionsstandorte: Csanyikvölgy in Ungarn mit rund 400 Beschäftigten, Jurong in Singapur mit etwa 100 Mitarbeitern und Ploërmel in Frankreich mit rund 65 Angestellten.
Für die Belegschaft an den drei Standorten sollen bestehende Arbeitsverträge und Tarifvereinbarungen erhalten bleiben. Beide Unternehmen wollen bei der Versorgungssicherheit und den Qualitätsstandards in der Produktion eng zusammenarbeiten.
Die Partnerschaft ist keine Premiere zwischen den beiden Firmen. Cheplapharm hat bereits seit 2014 wiederholt Produkte aus dem Sanofi-Portfolio übernommen – die aktuelle Transaktion baut auf dieser langjährigen Zusammenarbeit auf und stellt laut Sanofi den bislang größten Schritt dieser Art dar.
Fokus auf Innovation, mature Medikamente an Spezialisten
Sanofi begründet den Schritt mit einer klaren Arbeitsteilung: Innovative Medikamente und etablierte Präparate hätten unterschiedliche Anforderungen an Produktion, Regulierung und Vertrieb. Cheplapharm, nach eigenen Angaben Marktführer in Frankreich im Segment gut etablierter Originalpräparate, soll die Langzeitverfügbarkeit dieser Medikamente für Patienten sichern, während sich Sanofi auf die Pipeline konzentriert.
Der kommerzielle Übergang des Medikamenten-Portfolios soll im ersten Quartal 2027 beginnen, gefolgt von der Übertragung der Produktionsstandorte. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt von Mitarbeiterkonsultationen, behördlichen Genehmigungen und weiteren üblichen Abschlussbedingungen. Der vollständige Abschluss wird für das dritte Quartal 2027 erwartet.
Finanzielle Details zur Bewertung der Transaktion will Sanofi zu einem späteren Zeitpunkt nachliefern. Der Konzern betont bereits jetzt, dass die geplante Transaktion die eigene Finanzprognose für 2026 nicht beeinträchtigen soll.
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