Sanofi, Aktie

Sanofi Aktie: Novartis-Präparat schlägt Aubagio in Phase 3

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 07:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novartis erzielt bei schubförmiger MS bessere Studienwerte als Sanofi. Zugleich stehen US-Preisabkommen und Europas Forschungsförderung im Fokus.

Sanofi unter Druck: Novartis-Mittel übertrifft Aubagio in MS-Studien
Modernes pharmazeutisches Forschungslabor mit medizinischer Ausrüstung in einer professionellen, sterilen Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt.

Sanofi sieht sich im wichtigen Markt für Multiple Sklerose (MS) mit verschärftem Wettbewerb konfrontiert. In klinischen Studien der Phase 3 übertraf das Konkurrenzpräparat Remibrutinib von Novartis das Sanofi-Medikament Aubagio (Teriflunomid) deutlich.

Während das Unternehmen diesen Forschungsrückschlag im MS-Segment verarbeitet, rücken zudem neue Preisabkommen in den USA und strategische Forderungen zur europäischen Forschungsförderung in den Fokus der Anleger.

Herausforderungen im MS-Portfolio

Die Ergebnisse der Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 zeigen, dass der neu entwickelte Wirkstoff von Novartis bei der Behandlung der schubförmigen MS eine höhere Wirksamkeit als Sanofis Aubagio aufweist. Laut den Studiendaten senkte das Konkurrenzprodukt die jährliche Schubrate und die Anzahl entzündlicher Hirnläsionen stärker als das bewährte Sanofi-Präparat.

Da Novartis nun weltweite Zulassungsanträge plant, könnte dies den Marktanteil von Aubagio langfristig belasten, zumal das neue Medikament auch eine klinisch bedeutsame Verlangsamung der Behinderungsprogression zeigte.

Aubagio galt lange als eine tragende Säule im Portfolio der Franzosen. Der Erfolg des Wettbewerbers unterstreicht die Notwendigkeit für Sanofi, die eigene Pipeline weiter zu stärken.

Erst vor rund einem Monat hatte das Unternehmen die Entwicklung von Amlitelimab vorangetrieben, musste jedoch zeitgleich den Stopp einer anderen Phase-2-Studie hinnehmen, was die Volatilität in der klinischen Entwicklung verdeutlicht. Gestern schloss das Papier bei 77,08 Euro, was einem leichten Plus von 0,3 Prozent entspricht.

US-Regulierung und europäische Investitionsimpulse

Parallel dazu wird Sanofi als eines von über 20 Pharmaunternehmen genannt, die Vereinbarungen mit der US-Regierung über Medikamentenpreise getroffen haben.

Medienberichten zufolge gehört der französische Konzern zu einer zweiten Gruppe von Unternehmen, die Ende August Abkommen für den Bereich Medicaid geschlossen haben. Diese „TrumpRx“-Initiative zielt auf eine Deckelung der Kosten für Patienten ab, was für die beteiligten Hersteller eine Anpassung ihrer Erlösstrukturen im größten Pharmamarkt der Welt bedeutet.

Auf europäischer Ebene drängt das Management derweil auf bessere Rahmenbedingungen für Innovationen. Fulvia Filippini, die bei Sanofi den Bereich Public Affairs leitet, betonte am Dienstag die Chancen durch den italienischen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR), der ein Volumen von rund 200 Milliarden Euro umfasst. Sie forderte einen Abbau der Bürokratie und verstärkte Investitionen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie in die Forschung, um die Wettbewerbsfähigkeit der Pharmaindustrie gegenüber den USA und Asien zu sichern. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Minus von 7,0 Prozent und hinkt damit dem breiten Markt hinterher.

Fachlicher Austausch und Präsenz vor Ort

Trotz der regulatorischen und wettbewerblichen Hürden setzt Sanofi verstärkt auf den direkten Dialog mit Fachkreisen und der Öffentlichkeit. Am heutigen Mittwoch finden im Rahmen der „Dutell Academy“ Fortbildungsveranstaltungen für Hausärzte in München, Hamburg und Köln statt.

Zudem bereitet das Unternehmen eine Reihe von Webcasts zur Impfversorgung und dermatologischen Fachthemen für die kommenden Monate vor, um die Präsenz in diesen Kernfeldern zu festigen.

Neben der medizinischen Facharbeit engagiert sich der Konzern auch in der lokalen Standortpflege. Für das bevorstehende „Living History Weekend“ Ende September in Morristown wurde Sanofi als Sponsor für ein großes Feuerwerk bestätigt, das die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der USA unterstützen soll.

Mit einem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 15 Prozent bleibt die Aktie für Anleger eine Wette darauf, ob das Unternehmen den Wettbewerbsdruck in der MS-Therapie durch Erfolge in anderen Indikationen wie der Dermatologie oder dem Impfstoffgeschäft kompensieren kann.

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