Sanofi Aktie: Milliardendeal mit Regeneron
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 07:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sanofi legt bei seinem wichtigsten Wachstumspartner nach. Der Konzern erweitert die Allianz mit Regeneron um vier langwirksame Antikörper und zahlt dafür eine Milliarde Dollar im Voraus. Die beiden Unternehmen haben zudem ihre Rechtsstreitigkeiten aus der bisherigen Zusammenarbeit beigelegt.
Die Eckpunkte des Deals
Regeneron erhält die Milliarde Dollar als Vorabzahlung. Hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu sieben Milliarden Dollar, abhängig von Entwicklung, Zulassung und Vermarktung. Kosten und künftige Gewinne teilen die Partner im Verhältnis 50:50, und zwar weltweit.
Die Aufgaben sind klar verteilt. Regeneron führt Forschung und Entwicklung, Sanofi verantwortet die globale Vermarktung. Die bestehende Gewinnbeteiligung am Blockbuster Dupixent bleibt unverändert.
Parallel dazu sichert sich Regeneron eine Option: Das Unternehmen kann Sanofis Wirkstoff Lunsekimig in die Allianz einbringen, sobald die Phase-3-Studien bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) abgeschlossen sind. Lunsekimig ist ein bispezifischer Nanobody gegen TSLP und IL-13.
Was Sanofi bekommt
Im Zentrum steht REGN20423, ein langwirksamer IL-13-Antikörper, der sich in Phase 1 bei atopischer Dermatitis befindet. Drei weitere Kandidaten gegen IL-4, IL-4R? und als bispezifische IL-4xIL-13-Variante sollen 2027 in die klinische Prüfung gehen.
Der Hintergrund liegt auf der Hand. Dupixent, seit 2003 gemeinsam entwickelt, behandelt mehr als 1,5 Millionen Patienten in neun Indikationen. Langwirksame Nachfolger könnten das Franchise stützen, wenn der Schutz des Originals irgendwann ausläuft. Sanofi-Chefin Belén Garijo spricht von einem „bewussten ersten Schritt", um die Innovationsmaschine des Konzerns wieder anzuwerfen.
Die Börse honorierte die Nachricht im frühen Handel. Der US-Handel sah Sanofi zeitweise gut 1,6 Prozent im Plus, Regeneron legte etwa ein Prozent zu. Ein Vergleichsvergleich über beigelegte Streitigkeiten dürfte dabei ebenfalls Rückenwind gegeben haben, Details dazu nannten die Partner nicht.
Heute um 14:00 Uhr MEZ laden beide Unternehmen zu einer Telefonkonferenz für Investoren und Analysten. Dort dürften Fragen zur Bilanzbelastung durch die Vorabzahlung und zu den Zeitplänen der klinischen Programme im Mittelpunkt stehen. Erste Studiendaten zu den drei noch präklinischen Antikörpern sind frühestens nach dem Start der Humanstudien 2027 zu erwarten.
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