Sanofi Aktie: Deutsche Bank bestätigt 95-Euro-Ziel
Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 04:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der französische Pharmakonzern Sanofi steht vor einer tiefgreifenden strategischen Umgestaltung seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Wie CEO Belén Garijo am Freitag im Rahmen einer strategischen Überprüfung mitteilte, plant das Unternehmen ein grundlegendes Überdenken der Pipeline.
Ziel ist es, die Ausführung klinischer Programme zu verbessern und Ressourcen konsequent in Projekte mit besonders hohem Wertschöpfungspotenzial zu lenken. Eine feste Zielzahl für die Streichung von Programmen nannte die Konzernspitze dabei ausdrücklich nicht, signalisierte jedoch eine deutlich strengere Priorisierung der vorhandenen Wirkstoffkandidaten.
Strategische Priorisierung und Stellenstreichungen
Diese Neuausrichtung zeigt bereits konkrete Auswirkungen auf das Portfolio des Konzerns. Wie Sanofi am Montag bestätigte, wurden zwei zusätzliche Forschungs- und Entwicklungsprogramme im Zuge der neuen Portfolio-Priorisierung eingestellt.
Parallel dazu treibt das Unternehmen die strukturelle Bereinigung voran, die auf die rund 9,1 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des Biotech-Unternehmens Blueprint Medicines folgt. In diesem Zusammenhang kündigte der Konzern am Montag den Abbau von 229 Stellen bei der Tochtergesellschaft sowie die Schließung von zwei Standorten im US-amerikanischen Cambridge an.
Flankiert wird der Sparkurs von finanziellen Entlastungen aus dem internationalen Geschäft. Die indische Tochtergesellschaft Sanofi India Limited konnte zuletzt bedeutende juristische Erfolge in Steuerfragen erzielen.
So hob ein Berufungsgericht in Mumbai eine Steuerforderung in Millionenhöhe für das Veranlagungsjahr 2019-20 auf. Zudem wurden am 13. August Steuererstattungen und die Streichung einer ausstehenden Forderung in Goa bekannt, was die Liquidität der Tochtergesellschaft stützt.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial trotz operativer Engpässe
Am Aktienmarkt wird der Kurs der Konzernführung von Experten positiv begleitet. Die Analysten der Deutschen Bank bekräftigten am Mittwoch ihre Kaufempfehlung für den Wert. Analyst Emmanuel Papadakis sieht das Kursziel für das Papier unverändert bei 95,00 Euro, was ein deutliches Potenzial gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert.
Auch technische Indikatoren zeigen eine Erholungstendenz: Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 78,97 Euro und verzeichnete damit ein Plus von 1,5 Prozent. Damit notiert der Kurs rund 4,4 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 75,67 Euro.
Das institutionelle Interesse bleibt derweil in Bewegung. Während einzelne Großinvestoren wie The Manufacturers Life Insurance Company ihre Positionen im ersten Quartal deutlich reduzierten, stockten Adressen wie Assetmark und Evergreen Capital Management ihre Anteile laut vorliegenden Meldungen auf.
Operativ muss Sanofi jedoch weiterhin Hürden überwinden. Der Konzern kämpft mit globalen Lieferengpässen bei den Therapien Myozyme und Nexviazyme gegen Morbus Pompe, die auf Qualitätskontrollprobleme im irischen Werk Waterford zurückzuführen sind.
Diese Belastungen stehen im Kontrast zu regulatorischen Erfolgen, wie der vor gut drei Wochen erfolgten EU-Zulassung für eine Indikationserweiterung des Impfstoffs MenQuadfi, der seither auch für Säuglinge ab sechs Wochen eingesetzt werden kann. Seit dieser Entscheidung konnte die Aktie bereits um 6,5 Prozent zulegen.
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