Sanofi Aktie: 229 Stellen bei Blueprint Medicines
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sanofi setzt den Rotstift bei seiner im vergangenen Jahr erworbenen US-Tochter Blueprint Medicines an. Der Pharmakonzern bestätigte heute die Entlassung von 229 Mitarbeitern am Standort Cambridge.
Dieser Schritt erfolgt im Rahmen der Integration nach der 9,5 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme, die im Juli 2025 abgeschlossen wurde. Die personellen Einschnitte sollen nach Unternehmensangaben zwischen dem 9. Oktober 2026 und dem 25. Juni 2027 umgesetzt werden.
Strategische Portfolio-Bereinigung und Forschungsstopps
Neben dem Personalabbau bereinigt Sanofi konsequent seine Forschungs-Pipeline. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wurde eine Phase-1-Studie zur Dosiseskalation des experimentellen Krebsmedikaments SAR442257 beendet. Der Wirkstoff war für die Behandlung von Patienten mit rezidiviertem multiplen Myelom und Non-Hodgkin-Lymphom vorgesehen.
Bereits am 5. August hatte Sanofi zudem eine Phase-2-Studie des Antikörpers SAR445399 im Bereich der Bronchiektasie gestoppt. In beiden Fällen nannte der Konzern strategische Geschäftsgründe und eine allgemeine Priorisierung des Portfolios als Ursache für den Abbruch der klinischen Untersuchungen.
Parallel zu diesen Kürzungen investiert der Konzern gezielt in neue Partnerschaften. So beteiligte sich Sanofi am 6. August am Börsengang von Attovia Therapeutics. Dabei wandelte das Unternehmen zunächst Vorzugsaktien in Stammaktien um und erwarb zusätzlich 300.000 Stammanteile zu einem Preis von 17,00 US-Dollar pro Aktie.
Zulassungserfolge in den USA und Europa
Trotz der Konsolidierung in der frühen Forschung meldet Sanofi Fortschritte bei der Vermarktung fortgeschrittener Projekte. Am 11. August erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für isatuximab-irfc (Sarclisa Escena) zur subkutanen Injektion bei erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom. Die Entscheidung stützt sich auf Daten der Phase-3-Studie IRAKLIA.
Auch in Europa konnte der Konzern einen Erfolg verbuchen: Die Europäische Kommission genehmigte am 4. August eine Indikationserweiterung für den Impfstoff MenQuadfi, der nun bereits bei Säuglingen ab einem Alter von sechs Wochen zum Schutz gegen Meningokokken eingesetzt werden darf.
Auf regionaler Ebene zeigt zudem die Tochtergesellschaft Sanofi India eine stabile Entwicklung. Diese meldete am 6. August für das zweite Quartal 2026 einen Anstieg des Vorsteuergewinns um 19 % auf 112 Crore Rupien. Getrieben wurde dieses Ergebnis maßgeblich durch ein Wachstum von 14 % im Portfolio für Diabetes und Insulin.
Marktposition und charttechnische Lage
An der Börse konnte die Aktie am gestrigen Montag um 1,1 % zulegen und schloss bei 76,32 €. Damit notiert das Papier aktuell rund 1,0 % über seinem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage, was auf eine kurzfristige Stabilisierung hindeutet. Dennoch bleibt die Bilanz für das laufende Jahr getrübt: Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Minus von 8,0 %.
Während institutionelle Investoren wie Quantinno Capital Management ihre Beteiligung laut entsprechenden Pflichtmitteilungen zuletzt deutlich aufstockten, reagierten Analystenhäuser zurückhaltender. Medienberichten zufolge wurde der Wert am 9. August von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft.
Ein wichtiger Termin für Anleger steht am 2. September an, wenn Sanofi seine Strategie auf dem Jefferies Swiss Healthcare Seminar in Zürich präsentieren wird. Zudem unterstreicht das Unternehmen seine langfristigen sozialen Ziele durch eine am Donnerstag bekannt gegebene Kooperation mit UNICEF zur Verbesserung der Impfquoten bei Kindern in Südafrika.
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