Sangamo: 163,55 Millionen aus Technologie-Auktion
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 05:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sangamo Therapeutics hat einen wesentlichen Schritt in seinem Sanierungsprozess vollzogen. Wie aus Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, schloss das Biotechnologie-Unternehmen am 4. September den Verkauf zentraler Technologie-Plattformen an den Pharmakonzern Eli Lilly ab.
Diese Transaktion ist Teil eines umfassenden Restrukturierungsprozesses, mit dem das Unternehmen versucht, seine finanzielle Basis unter gerichtlicher Aufsicht zu stabilisieren.
Erlöse aus Bieterverfahren stärken Liquidität
Der Abschluss mit Eli Lilly umfasst die Veräußerung der Plattformen für AAV-Capsid-Engineering (STAC-BBB), die Zinkfinger-Protein-Technologie sowie das Modulare Integrase-System (MINT) zur Genom-Editierung. Zusätzlich übernahm Eli Lilly das Programm zur Behandlung von Prionenerkrankungen (ST-506). Laut Unternehmensangaben flossen Sangamo durch diesen Verkauf bei Abschluss 50 Millionen US-Dollar in bar zu.
Die Vereinbarung war das Ergebnis einer kompetitiven Auktion im August, bei der Sangamo für verschiedene Vermögenswerte insgesamt Barerlöse in Höhe von etwa 163,55 Millionen US-Dollar erzielte. Neben Eli Lilly trat dabei PTC Therapeutics als bedeutender Käufer auf.
PTC sicherte sich das Programm zur Behandlung von Morbus Fabry (ST-920) gegen eine Barzahlung von 111 Millionen US-Dollar bei Abschluss. Darüber hinaus wurden potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 100 Millionen US-Dollar vereinbart.
Davon sind 80 Millionen US-Dollar an eine mögliche beschleunigte Zulassung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA gebunden, während weitere 20 Millionen US-Dollar bei einer regulären Marktzulassung fällig würden.
Restrukturierung unter Chapter 11 und OTC-Handel
Diese Verkäufe finden vor dem Hintergrund eines laufenden Insolvenzverfahrens statt. Sangamo hatte am 23. Juni beim US-Insolvenzgericht für den Distrikt Delaware einen Antrag auf Gläuberschutz nach Chapter 11 gestellt.
Ziel dieses Schrittes ist es, den Unternehmenswert durch gezielte Asset-Verkäufe zu maximieren und die operative Fortführung zu sichern. Das Verfahren wird durch eine Finanzierung gestützt, die von Northridge ATM und verbundenen Unternehmen bereitgestellt wurde.
Bereits vor dem Insolvenzantrag war der regulatorische Druck auf das Unternehmen gestiegen. Nachdem die Nasdaq Mitte Juli eine Fortführung der Notierung endgültig abgelehnt hatte, vollzog Sangamo den Wechsel auf den OTCQB Venture Market. Grund für das Delisting war das dauerhafte Unterschreiten des geforderten Mindestkurses an der Technologiebörse.
An den Märkten wird die Lage des Unternehmens weiterhin mit Vorsicht bewertet. Am gestrigen Freitag gab der Kurs der Aktie um 2,5 Prozent nach und schloss bei 0,1516 US-Dollar. Auf Sicht der vergangenen 30 Tage summiert sich der Wertverlust damit auf 4,3 Prozent.
Während die Erlöse aus dem Verkauf der Technologie-Plattformen und klinischen Programme die Kassen füllen, bleibt der weitere Verlauf des Sanierungsverfahrens der bestimmende Faktor für die künftige Entwicklung. Neben den großen Programmen wurden in der Auktion auch diverse Ausrüstungsgegenstände für insgesamt 2,55 Millionen US-Dollar an verschiedene Bieter veräußert.
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