Sandoz Aktie: US-Kartellstreit vor dem Ende
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 08:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Rechtsstreit, der Sandoz seit Jahren begleitet, nähert sich dem Abschluss. Der Generikahersteller hat sich mit 43 US-Bundesstaaten und Territorien auf eine Zahlung geeinigt, um Vorwürfe wettbewerbswidrigen Verhaltens im US-Generikamarkt beizulegen. Ein Schuldeingeständnis ist damit nicht verbunden.
Zahlungen über sieben Jahre gestreckt
Die US-Tochter Sandoz Inc. zahlt insgesamt 400 Millionen Dollar, verteilt über sieben Jahre ab 2027. Hinzu kommen rund 50 Millionen Dollar an Staaten, die sich bereits früher geeinigt hatten – macht in Summe rund 450 Millionen Dollar für diesen Teil der Einigung. Parallel dazu hat Sandoz US einen separaten Vergleich mit der Gruppe der sogenannten Indirect Reseller Plaintiffs geschlossen, zu der Apotheken, Kliniken und Krankenhäuser zählen. Dafür fließen weitere 28,5 Millionen Dollar.
Beide Vereinbarungen stehen noch unter Vorbehalt: Der Staatenvergleich benötigt die Zustimmung sämtlicher beteiligter Bundesstaaten, der Klasse-Vergleich die gerichtliche Genehmigung. Mitglieder der Sammelklage können zudem aussteigen.
Kapitel weitgehend geschlossen
Mit den aktuellen Einigungen wären, sobald abgeschlossen, sämtliche Klagen von US-Bundes- oder Bundesstaatsbehörden gegen Sandoz erledigt. Zusammen mit den bereits früher erzielten Vergleichen – darunter die Einigungen mit dem US-Justizministerium 2020 und 2021 sowie mit den Klassen der direkten und der Endabnehmer-Kläger im Februar beziehungsweise Dezember 2024 – hätte das Unternehmen dann alle Sammelklagen im US-Generika-Kartellverfahren abgearbeitet. Offen blieben nur noch individuelle Kläger, die sich gegen frühere Klassenvergleiche entschieden hatten. Gegen diese will sich Sandoz nach eigenen Angaben weiter zur Wehr setzen.
Für die bereits gebildete Rückstellung hat Sandoz die nötigen Beträge nachträglich aufgestockt. Das Unternehmen betont ausdrücklich, dass die Einigungen weder die Jahresprognose für 2026 noch die Mittelfristziele beeinträchtigen. Für Anleger, die den Fall über Jahre als Unsicherheitsfaktor im Blick hatten, dürfte damit ein wesentlicher Teil des rechtlichen Rucksacks abgeworfen sein.
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