Salesforce Aktie: Übernahme von Listen Labs vereinbart
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 03:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Softwarekonzern baut seine Kapazitäten im Bereich künstlicher Intelligenz durch einen weiteren Zukauf aus. Salesforce vereinbarte gestern die Übernahme von Listen Labs, einem auf automatisierte Kundenforschung spezialisierten KI-Unternehmen. Parallel dazu stellte der Konzern ein eigenes KI-Modell namens Koa für CRM-Aufgaben vor, um die Leistungsfähigkeit seiner Automatisierungsplattform Agentforce weiter zu stärken.
Zukauf zur Beschleunigung von Kundenanalysen
Die Plattform von Listen Labs soll zeitaufwendige Befragungen und Auswertungen automatisieren. Nach Angaben von Salesforce verkürzt das System Forschungszyklen von mehreren Monaten auf wenige Tage. Dabei greift das System auf ein Netzwerk von mehr als 50 Millionen Teilnehmenden zurück und unterstützt Interviews in über 120 Sprachen.
Die Technologie soll künftig die Marketing Cloud sowie die Service Cloud ergänzen. Finanzielle Details zur Transaktion wurden von Salesforce nicht offiziell genannt. Der Vollzug der Vereinbarung ist für das vierte Quartal des Geschäftsjahrs 2027 geplant und steht unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Freigaben.
Mit diesem Schritt reagiert der Konzern auf den wachsenden Druck im Softwaresektor, KI-Werkzeuge direkt in den betrieblichen Alltag zu überführen. Vor allem agentenbasierte Systeme, die eigenständig Arbeitsschritte übernehmen, rücken dabei in das Zentrum der Produktentwicklung.
Eigenes Modell Koa und wachsender Wettbewerb
Neben der Akquisition präsentierte Salesforce gestern das Modell Koa. Die Software ist als Reasoning-Modell speziell auf CRM-Prozesse innerhalb von Agentforce zugeschnitten. Nach Unternehmensangaben erzielt Koa bei diesen Fachaufgaben mindestens das Niveau führender allgemeiner KI-Modelle, weist dabei jedoch deutlich geringere Fehlerraten auf.
Der Vorstoß fällt in eine Phase verschärften Konkurrenzkampfs. Am Montag kündigte Meta Plattformen für Geschäftskunden an, was die Aktien der gesamten Softwarebranche zeitweise belastete. Große Technologiekonzerne dringen zunehmend in traditionelle Anwendungsbereiche der Unternehmenssoftware vor und zwingen etablierte Anbieter zu rascheren Innovationszyklen.
Analysten sehen Fortschritte bei Agentforce
Rückenwind erhält Salesforce derweil von der Wall Street. Brian Schwartz, Analyst beim Analysehaus Oppenheimer, bestätigte seine Einstufung mit „Outperform“ und einem Kursziel von 275 US-Dollar. Einer Kundenumfrage von Oppenheimer zufolge hatten 85 Prozent der befragten Unternehmen Agentforce bereits getestet oder im Einsatz, wenngleich sich knapp die Hälfte noch in der Pilotphase befand.
Die Analysten von Stifel hoben ihrerseits ein Kursziel von 300 US-Dollar hervor und verwiesen auf das langfristige Umsatzziel des Konzerns von 63 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2030. Die Produktionseinführung und die vollständige Monetarisierung der KI-Dienste bleiben am Markt jedoch ein zentraler Beobachtungspunkt.
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt verhalten. Die Aktie schloss gestern bei 198,84 Euro, was einem Tagesverlust von 0,5 Prozent entspricht. Damit notiert der Wert aktuell 14 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
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