Salesforce, Aktie

Salesforce Aktie: UBS hebt Kursziel auf 210 Dollar

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 21:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Kursverlusten im Jahresverlauf: Salesforce überzeugt mit starken Zahlen, während CEO Benioffs KI-Investition und Kundenabwanderung für Diskussionen sorgen.

Salesforce: Analysten erhöhen Kursziele, CEO investiert in KI-Startup
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes bei Sonnenuntergang als Symbol für positives Marktwachstum im IT-Sektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Software-Riese Salesforce steht am heutigen Mittwoch im Fokus der Anleger, nachdem mehrere namhafte Analystenhäuser ihre Einschätzungen nach oben korrigiert haben. Während das Unternehmen operativ die Erwartungen übertrifft, sorgt eine private Investition von CEO Marc Benioff in ein KI-Startup für Diskussionen über die zukünftige personelle Aufstellung des Konzerns.

Optimismus bei den Analysten

Sowohl Wells Fargo als auch die UBS haben heute ihre Kursziele für Salesforce angehoben. Wells Fargo passte die Zielmarke von 200 auf 205 US-Dollar an und beließ die Einstufung auf „Equal Weight“.

Die Analysten reagierten damit auf die jüngsten Geschäftszahlen, bei denen Salesforce einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 3,88 US-Dollar auswies und damit den Konsens von 3,13 US-Dollar deutlich übertraf. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Prozent auf 11,13 Milliarden US-Dollar.

Parallel dazu erhöhte die UBS ihr Kursziel von 185 auf 210 US-Dollar, behielt jedoch die Einstufung „Neutral“ bei. Analyst Karl Keirstead verwies dabei auf die solide fundamentale Entwicklung. Diese positiven Signale treffen auf eine Aktie, die im bisherigen Jahresverlauf unter Druck stand.

Das Papier verzeichnete seit Jahresanfang (YTD) ein Minus von 26 Prozent und notiert mit einem aktuellen Kurs von 166,72 € noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 229,90 €.

Marc Benioff investiert in KI-Automatisierung

Abseits der offiziellen Bilanz sorgt CEO Marc Benioff mit seiner Investmentfirma Time Ventures für Aufsehen. Er beteiligte sich an einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Millionen US-Dollar für das Startup June AI. Das im Jahr 2025 von ehemaligen Salesforce-Managern gegründete Unternehmen spezialisiert sich darauf, die Bereitstellung von KI-Agenten für Firmenkunden zu automatisieren.

Diese Investition befeuert die Debatte über den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt im Softwaresektor. Benioff betonte zwar öffentlich, dass KI-Anwendungen keine Jobs vernichten, sondern die Produktivität steigern würden.

Dennoch verweisen Marktbeobachter darauf, dass Salesforce seine Belegschaft im Kundenservice bereits von rund 9.000 auf 5.000 Mitarbeiter reduziert hat, was primär auf den Einsatz der hauseigenen Lösung Agentforce zurückgeführt wird.

Wettbewerb durch Inhouse-Entwicklungen

Trotz der technologischen Fortschritte sieht sich Salesforce mit neuen Herausforderungen im Kerngeschäft konfrontiert. Das Gesundheitsunternehmen Curative kündigte Berichten zufolge einen Vertrag mit Salesforce im Wert von rund 600.000 US-Dollar pro Jahr.

Statt auf die Standardlösung des Marktführers zu setzen, entwickelte Curative innerhalb von nur zwei Monaten ein eigenes KI-basiertes CRM-System. Salesforce verwies in diesem Zusammenhang auf die komplexen Anforderungen an Sicherheit und Compliance, die bei Eigenentwicklungen oft unterschätzt würden.

Auf der anderen Seite zeigen Anwendungsbeispiele wie die der Personalvermittlung Boutique Recruiting, dass die Integration von Salesforce-Tools und der KI-Plattform Agentforce signifikante Erfolge erzielen kann.

Das Unternehmen nutzt die Technologie, um riesige Datensätze effizient zu durchsuchen und die Vermittlungsquoten zu stabilisieren. Diese Diskrepanz verdeutlicht das aktuelle Marktumfeld: Während einige Kunden auf Individualisierung setzen, bauen andere ihre Abhängigkeit von der Salesforce-Plattform durch neue KI-Funktionen weiter aus.

Auch institutionelle Investoren positionieren sich neu. Während Butensky & Cohen Financial Security im zweiten Quartal 18.776 Aktien erwarb, reduzierte Sapient Capital seine Position im gleichen Zeitraum um mehr als 50 Prozent. Diese Umschichtungen spiegeln die gegenwärtige Phase der Neubewertung wider, in der Salesforce seine Rolle als führender Anbieter von KI-gestützten Unternehmenslösungen erst noch vollständig am Aktienmarkt festigen muss.

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