Salesforce Aktie: Fin-Übernahme abgeschlossen, KI-Bots präsentiert
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 02:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Softwarekonzern Salesforce hat zum Ende der Handelswoche seine Position im Bereich der künstlichen Intelligenz massiv ausgebaut und damit eine positive Reaktion an den Märkten ausgelöst.
Am gestrigen Freitag legte das Papier um 2,2 Prozent zu und schloss bei einem Kurs von 213,95 Euro. Haupttreiber für dieses Plus waren die Vorstellung einer neuen Generation von KI-Bots sowie der erfolgreiche Abschluss einer strategisch wichtigen Akquisition.
Automatisierung durch neue KI-Agenten
Salesforce präsentierte gestern eine Reihe spezialisierter KI-Agenten, die unter Namen wie Hunter, Piper, Carter und Fin firmieren. Diese digitalen Mitarbeiter sind darauf ausgelegt, Aufgaben im Vertrieb, im Kundensupport und im Backoffice weitgehend autonom zu übernehmen.
Die Einführung erfolgt im Rahmen der neuen Version des Agentforce Coworker. Während die meisten Funktionen ab sofort allgemein verfügbar sind, sollen die restlichen Komponenten bis zum Ende des Kalenderjahres ausgerollt werden.
Das Unternehmen untermauerte die Relevanz dieser Technologie mit beeindruckenden Nutzungszahlen. Laut Mitteilung von Salesforce wurden über die Plattformen Agentforce und Slack bereits rund sieben Milliarden sogenannte „Agentic Work Units“ verarbeitet.
Allein im zweiten Quartal entfielen davon 3,2 Milliarden Einheiten auf die Kundenanwendungen. Diese Kennzahl verdeutlicht, wie stark die Integration von KI-gesteuerten Arbeitsabläufen in den Unternehmen bereits fortgeschritten ist.
Zusätzlich vertieft der Konzern seine Zusammenarbeit mit dem KI-Spezialisten Anthropic. Die Partnerschaft unter dem Namen Claudeforce ermöglicht es, die Intelligenz der Claude-Modelle direkt innerhalb der Salesforce-Infrastruktur zu nutzen. Zum Start umfasst dieses Angebot 37 vordefinierte Vertriebsfähigkeiten, die Kunden in ihre Arbeitsprozesse integrieren können.
Expansionskurs durch gezielte Zukäufe
Parallel zur technologischen Weiterentwicklung treibt Salesforce seine anorganische Wachstumsstrategie voran. Am Donnerstag schloss das Unternehmen die Übernahme von Fin (ehemals Intercom) ab. Fin ist auf KI-gestützte Kundenservice-Agenten spezialisiert. Durch diesen Schritt gewinnt Salesforce nicht nur die technologische Plattform und das KI-Expertenteam von Fin hinzu, sondern integriert auch einen Kundenstamm von mehr als 30.000 Unternehmen.
Bereits am 1. September wurde die Akquisition von Contentful finalisiert, einer führenden Plattform für kombinierbare Inhalte, die von rund 4.800 Marken genutzt wird.
Zudem berichteten Medien am Mittwoch über laufende Verhandlungen zur Übernahme von Listen Labs. Das auf KI-basierte Marktforschung spezialisierte Unternehmen könnte laut Marktberichten für rund zwei Milliarden US-Dollar übernommen werden, wenngleich die Gespräche noch in einem vorläufigen Stadium sind und nicht zwangsläufig zu einem Abschluss führen müssen.
Finanzielle Entwicklung und Ausblick
Diese operativen Fortschritte finden vor dem Hintergrund solider Geschäftszahlen statt. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 steigerte Salesforce den Umsatz um 10,8 Prozent auf 11,35 Milliarden US-Dollar.
Besonders hervorzuheben ist das Wachstum bei Agentforce, dessen jährlich wiederkehrender Umsatz (ARR) um 240 Prozent auf über 1,5 Milliarden US-Dollar kletterte. Infolgedessen hob das Management am 26. August die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf eine Spanne von 46,1 bis 46,4 Milliarden US-Dollar an.
Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie mit einem Abstand von 7,0 Prozent noch unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 230,05 Euro. Anleger blicken nun gespannt auf die kommende Woche: Vom 15. bis 17. September findet in San Francisco die Dreamforce 2026 statt. Es wird erwartet, dass der Konzern dort weitere Details zu seiner KI-Strategie und neue Produktankündigungen präsentieren wird.
Für Aktionäre steht zudem am 17. September der Ex-Tag für die angekündigte Quartalsdividende von 0,44 US-Dollar pro Aktie an. Zudem plant Salesforce, den laufenden Aktienrückkauf im Volumen von 25 Milliarden US-Dollar bis Oktober endgültig abzuschließen.
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