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Salesforce Aktie: Agentic AI ersetzt Lizenzmodell

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 18:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Salesforce führt erfolgsabhängige KI-Preise ein, meldet hohe Anthropic-Kosten und erhält trotz sinkender Margen positive Analystenstimmen.

Aufgeräumtes Overhead-Flatlay mit Laptop, Tablet und türkis-blauen Büro-Designobjekten auf Weiß
Salesforce US79466L3024 als aufgeräumtes Flatlay mit Dashboard Laptop Tablet und türkis blauen Büro Designobjekten Illustration mit AI erstellt.

Der Softwarekonzern Salesforce stellt seine Monetarisierungsstrategie grundlegend um und reagiert damit auf die technologischen Anforderungen im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Am heutigen Donnerstag stellte das Unternehmen seine neue „Agentic AI“-Strategie vor, die eine Abkehr von klassischen Lizenzmodellen markiert. Künftig setzt Salesforce verstärkt auf eine erfolgsbasierte Abrechnung, bei der Kunden für die KI-Unterstützung nur dann zahlen, wenn die digitalen Assistenten — sogenannte Agents — ein Problem tatsächlich gelöst haben.

Paradigmenwechsel bei der Abrechnung von Software

Zusätzlich zur neuen Abrechnungslogik vereinfacht Salesforce sein Angebotsportfolio. Das Unternehmen führte drei neue Editionen für seine Kernprodukte ein: „Core“ für 195 US-Dollar, „Advanced“ für 395 US-Dollar und „Max“ für 550 US-Dollar pro Nutzer und Monat.

Die Max-Version soll dabei einen deutlich höheren Mehrwert im Vergleich zu früheren Einstiegsmodellen bieten und enthält integrierte Sicherheitsfeatures sowie Zugang zu Analyseplattformen wie Tableau Next.

Um die Nutzung der KI-Modelle flexibler zu gestalten, führt Salesforce zudem ein System namens „Flex Credits“ ein. Damit können Unternehmen Rechenleistung und KI-Funktionen je nach Bedarf abrufen. Laut Medienberichten nutzen bereits mehr als 10.000 Kunden die neuen KI-Produkte.

Partner wie Globant unterstützen diesen Rollout. Das IT-Dienstleistungsunternehmen brachte heute das „MuleSoft AI Pod“ auf den Markt, das mithilfe von Salesforce-Technologie bis zu 80 Prozent der manuellen Integrationsaufgaben automatisieren und die Projektlaufzeiten massiv verkürzen soll.

Margendruck durch hohe KI-Infrastrukturkosten

Trotz der technologischen Fortschritte und der erst am vergangenen Sonntag gemeldeten Nachricht, dass die Plattform Agentforce bereits einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von über 1,5 Milliarden US-Dollar erzielt, wachsen die finanziellen Belastungen.

CFO Spencer verwies heute auf einen sogenannten „Refinement Mode“. Das Unternehmen experimentiert zwar mit verschiedenen Modellen wie OpenAI oder Grok, ist jedoch insbesondere bei der Integration von Claude-Modellen des Partners Anthropic mit hohen Kosten konfrontiert.

Die Ausgaben für KI-Tokens belasten die Gewinnmargen. Für das laufende Jahr 2026 plant Salesforce Investitionen in Höhe von rund 300 Millionen US-Dollar allein für die Zusammenarbeit mit Anthropic. Infolge dieser hohen Infrastrukturkosten liegt die Prognose für die operative Jahresmarge aktuell bei 20,1 Prozent, nachdem im zweiten Quartal noch 20,5 Prozent erreicht worden waren.

Die Partnerschaft bleibt jedoch strategisch essenziell: Anthropic bereitet derzeit einen Börsengang für Oktober vor und wird laut Broadcom-CEO Hock Tan in den kommenden zwei Jahren zum größten Abnehmer spezialisierter KI-Prozessoren aufsteigen.

Analysten sehen weiteres Kurspotenzial

Die Börse reagiert positiv auf die neuen Preisstrukturen und die Wachstumsdynamik im KI-Sektor. Das Papier notiert heute bei 227,40 € und liegt damit nur noch etwa 1,2 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 230,05 €. Innerhalb der letzten 30 Tage konnte der Wert bereits um 38 % zulegen, was die Erwartungen an die kommende Kundenkonferenz Dreamforce widerspiegelt, die Mitte September in San Francisco stattfindet.

Analysten bewerten die Neuausrichtung überwiegend optimistisch. Die Experten von Argus haben ihr Kursziel heute von 290 auf 300 US-Dollar angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt. Sie begründen dies mit dem starken Gewinn pro Aktie, der im zweiten Quartal mit 5,90 US-Dollar deutlich über dem Marktkonsens lag.

Während einige Häuser wie Northland Securities ihre kurzfristigen Gewinnschätzungen für das dritte Quartal aufgrund der Investitionsphase leicht zurückgenommen haben, bleibt das langfristige Kursziel im Analysten-Konsens bei 266,50 US-Dollar. Einzelne Experten wie die von Needham trauen der Aktie sogar einen Anstieg bis auf 400 US-Dollar zu.

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