Saipem Aktie: 500-Millionen-Euro-Projekt mit Sonatrach
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 03:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der italienische Energiedienstleister Saipem hat eine Reihe von Großaufträgen erhalten, die das Orderbuch des Unternehmens massiv stärken. Die neuen Verträge erstrecken sich über den Nahen Osten, Nordafrika sowie die Elfenbeinküste und Italien.
Mit einem Gesamtwert von mehreren Milliarden Euro unterstreicht der Konzern seine führende Rolle bei Infrastrukturprojekten im Offshore- und Onshore-Bereich. Besonders die Aktivitäten in Saudi-Arabien und Algerien stehen dabei im Fokus der Anleger.
Großaufträge im Nahen Osten und Algerien
Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht ein bedeutender Offshore-Auftrag im Nahen Osten. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, beläuft sich das Volumen dieses Projekts auf rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Der Umfang umfasst das Ingenieurwesen, die Beschaffung, den Bau sowie die Installation von Offshore-Anlagen und Unterwasserstrukturen.
Saipem ist in der Region bereits als Schlüsselauftragnehmer im Rahmen der Offshore-Rahmenvereinbarung von Saudi Aramco etabliert und unterhält zudem eine starke Präsenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.
Parallel dazu hat Saipem am Mittwoch eine Vereinbarung mit dem algerischen Staatskonzern Sonatrach für die erste Phase des „Integrated Phosphate Project“ unterzeichnet. Dieser Auftrag hat einen Wert von etwa 500 Millionen Euro. Er beinhaltet die Detailplanung, Beschaffung und Mobilisierung für Anlagen zur Phosphatgewinnung in Bled El Hadba sowie für die Düngemittelproduktion in Oued El-Kebrit.
Das Gesamtprojekt zielt darauf ab, jährlich bis zu 5,5 Millionen Tonnen Rohphosphat zu fördern und signifikante Mengen an Stickstoff- und Phosphatdünger zu produzieren. Der Produktionsstart für erste Konzentrate ist bereits für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Strategische Partnerschaften mit Eni und ExxonMobil
Zusätzlich zu den Projekten in Algerien und dem Nahen Osten konnte Saipem am Mittwoch zwei weitere Verträge mit Eni im Gesamtwert von 800 Millionen Euro abschließen. Ein Teil entfällt auf das Baleine-Projekt vor der Küste der Elfenbeinküste, wo Unterwasserstrukturen und kilometerlange Pipelines in Wassertiefen von bis zu 1.300 Metern installiert werden sollen.
Der zweite Vertrag betrifft eine Anlage zur Entsauerung in einer Bioreffinerie im italienischen Venedig, die stündlich bis zu 70 Tonnen biogene Einsatzstoffe verarbeiten kann.
Auch in Mosambik verzeichnet das Unternehmen Fortschritte. Ein Konsortium unter Beteiligung von Saipem unterzeichnete eine Absichtserklärung mit ExxonMobil Moçambique über vorläufige Engineering-Arbeiten für das Rovuma-LNG-Projekt. Dieser erste Schritt hat einen Wert von 32 Millionen US-Dollar. Eine endgültige Investitionsentscheidung und der Abschluss des vollständigen EPC-Vertrags werden noch im Laufe des Jahres 2026 erwartet.
Analysten-Upgrade und starke Kursentwicklung
Die Serie von Auftragserfolgen spiegelt sich in einer positiven operativen Dynamik wider. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 belief sich der Auftragsbestand von Saipem auf 29,861 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Wert der neu eingegangenen Aufträge in den ersten sechs Monaten des Jahres um 33 % auf 5,737 Milliarden Euro.
Diese Entwicklung veranlasste die Analysten von Zacks am Donnerstag dazu, die Aktie auf den Rang 2 (Buy) hochzustufen, was vor allem mit den positiven Trends bei den Gewinnprognosen begründet wurde.
An der Börse wird die Entwicklung mit deutlichen Kursgewinnen quittiert. Am gestrigen Donnerstag verzeichnete der Titel ein Plus von 2,9 % und schloss bei 4,57 €.
Seit Jahresanfang hat die Aktie damit eine beeindruckende Performance von 90 % erzielt. Damit notiert der Wert aktuell rund 29 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt, was den stabilen Aufwärtstrend der vergangenen Monate unterstreicht. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 30.000 Mitarbeiter in mehr als 50 Ländern und betreibt eine Flotte von 17 Bauschiffen sowie zwölf Bohranlagen.
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