Saab Aktie: Aufträge verdreifachen sich
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 09:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deSaab hat im dritten Quartal fast dreimal so viele Aufträge eingesammelt wie ein Jahr zuvor. Der Auftragseingang lag bei 65,8 Milliarden Schwedischen Kronen, nach 20,9 Milliarden im Vorjahresquartal. Auch operativ lieferte der Rüstungskonzern kräftig.
Großaufträge treiben den Eingang
Drei Bestellungen prägen das Quartal. Den größten Brocken bildet ein Auftrag über das Kampfflugzeug Gripen E für die Ukraine im Volumen von 24,6 Milliarden Kronen. Hinzu kommen 10,1 Milliarden Kronen für das Frühwarnsystem GlobalEye an einen nicht genannten Kunden sowie 8,7 Milliarden Kronen für Systeme der neuen deutschen Fregatten.
CEO Micael Johansson verweist auf die wachsende Nachfrage der Kunden. Saab investiere weiter in neue Fähigkeiten und erweitere die Kapazitäten. Der hohe Auftragsbestand soll das Wachstum der kommenden Jahre stützen.
Umsatz und Ergebnis legen zu
Der Umsatz stieg auf 20,6 Milliarden Kronen, organisch wuchs er um 30,6 Prozent. Im Vorjahresquartal waren es 18,3 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um 42 Prozent auf 1,95 Milliarden Kronen, die EBIT-Marge verbesserte sich auf 9,5 Prozent nach 8,7 Prozent.
Unter dem Strich verdiente Saab 1,43 Milliarden Kronen, das Ergebnis je Aktie stieg auf 2,57 Kronen nach 1,77 Kronen.
Besonders auffällig ist der Cashflow. Der operative Mittelzufluss sprang auf 6,8 Milliarden Kronen, nach lediglich 142 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Nettoliquidität erreichte 8,7 Milliarden Kronen, zum Jahresende 2025 waren es knapp 4,0 Milliarden. Der Konzern hat damit mehr finanziellen Spielraum für den Kapazitätsausbau.
Deutschland als Wachstumsmarkt
Die Fregatten-Bestellung passt zu einem größeren Bild. Europas Aufrüstung macht Deutschland für schwedische Rüstungsfirmen zum wichtigsten Exportmarkt. Saab sieht nach Aussage der Deutschland-Tochter Potenzial für engere industrielle Beziehungen bei Technologie, Produktion und Innovation. Schweden und Deutschland haben zudem eine Absichtserklärung zur Vertiefung der Verteidigungszusammenarbeit unterzeichnet.
Zum Börsenschluss am Donnerstag notierte die Aktie in Stockholm bei 634,90 Kronen. Die Reaktion auf die Zahlen zeigt sich erst im heutigen Handel. Die Konzernführung stellt die Ergebnisse heute um 10.00 Uhr in einem Webcast vor, dort können Analysten Fragen zu Kapazitäten und Margenentwicklung stellen. Auf der Berliner Sicherheitskonferenz am 3. und 4. November dürfte die deutsch-schwedische Rüstungskooperation ein weiteres Thema werden.
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