S&P, Marktbreite

S&P 500: Marktbreite bröckelt unter der Oberfläche

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Indexzuwachs liegen viele S&P-500-Aktien unter ihren gleitenden Durchschnitten; US-Aktienfonds verzeichneten erneut Abflüsse.

Belebter Börsenhandelssaal mit großen Anzeigetafeln und Händlern in Anzügen
S&P Global Inc. (ISIN US78378X1072): Börsen-Editorial-Foto eines belebten Trading-Floors mit generischen Ticker-Anzeigen und Charts Illustration mit AI erstellt.

Der Index steht nahe seinem Rekord, doch darunter sieht es deutlich schwächer aus. 400 der 500 Werte notieren unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt, 300 sogar unter der 200-Tage-Linie. Das Bild einer breiten Rally trügt.

Anleiherenditen als Taktgeber

Am Donnerstag schloss der S&P 500 um 0,19 Prozent höher bei 7.666,45 Punkten. Der Nasdaq 100 legte um 0,31 Prozent zu. Die Bewegungen blieben eng, am ersten Handelstag des neuen Quartals hielten sich die Anleger zurück.

Für Erleichterung sorgte der Rentenmarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um 6 Basispunkte auf 5,24 Prozent, nachdem sie zuvor auf den höchsten Stand seit 2002 geklettert war. Dieser Anstieg hatte Sorgen um die Tragfähigkeit der Staatsschulden geweckt. Zusätzlich stützte Fed-Vize Philip Jefferson: Es könne noch dauern, bis sich beurteilen lasse, ob weitere Zinserhöhungen nötig seien.

Gebremst wurde die Stimmung vom Ölpreis. Brent notierte zeitweise über 100 Dollar, US-Rohöl legte um mehr als 3 Prozent zu. Ölwerte profitierten entsprechend.

Einzelwerte mit großen Ausschlägen

An der Indexspitze sprang Accenture um fast 16 Prozent nach überraschend starken Quartalszahlen. IBM zog im Windschatten um 2,6 Prozent an. Synopsys gewann knapp 13 Prozent, nachdem das Unternehmen auf einem Investorentag langfristige Ziele präsentiert hatte, die Analysten als vielversprechend einstufen.

Micron hatte hohe Ziele für das laufende Quartal ausgegeben. Die Aktie drehte ins Plus und schloss drei Prozent höher, nach einer fast vervierfachten Kursentwicklung im laufenden Jahr.

Geldflüsse zeigen Zurückhaltung

Die Fondsflüsse passen zum zwiespältigen Bild. In der Woche bis 30. September flossen 18,8 Milliarden Dollar in Anleihefonds, in Aktienfonds 15,8 Milliarden. US-Aktien verbuchten die zweite Woche in Folge Abflüsse, diesmal von 2,7 Milliarden Dollar. Europa, Japan und Schwellenländer zogen dagegen Kapital an.

Bank-of-America-Stratege Michael Hartnett erwartet ein risikoscheues Umfeld, bis der Dollar seinen Höhepunkt erreicht. Der Markt handle "long artificial intelligence" und "short artificial irrelevance". Kurzfristig richtet sich der Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag: Erwartet wird ein Stellenplus von 90.000 im September, nach 162.000 im August, bei stabiler Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent.

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