S&P/ ASX 200: Ölpreis würgt Sydney ab
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 08:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deVier Verlusttage in Folge, und der fünfte reiht sich nahtlos ein. Der S&P/ASX 200 fiel am Freitag um 1,23 Prozent auf 8.710,60 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 8.699,80 Zähler abgerutscht war. Auslöser ist diesmal nicht die Börse selbst, sondern der Ölmarkt.
Brent-Öl kletterte in der Nacht auf über 105 Dollar je Fass, ein Plus von rund 6 Prozent binnen eines Tages. Grund ist die eskalierende Lage rund um die Straße von Hormus, wo sich die USA und der Iran zuletzt gegenseitig mit Militärschlägen überzogen.
Zusätzlich befeuert wurde die Nervosität durch Aussagen des US-Präsidenten, wonach sich der Konflikt bis in den November hinziehen könnte — was Hoffnungen auf eine baldige Wiederöffnung der Meerenge dämpfte.
Minenwerte unter Druck, Energie profitiert
Die Sorge vor anhaltend hohen Energiepreisen und steigenden Zinsen in den USA trifft den australischen Markt in seiner Struktur besonders hart. Rio Tinto verlor mehr als 3 Prozent, BHP Group büßte über 4 Prozent ein, während Fortescue und Mineral Resources jeweils mehr als 2 Prozent nachgaben.
Auch Goldminenwerte gerieten unter Druck: Northern Star Resources, Resolute Mining, Genesis Minerals und Evolution Mining verloren allesamt über 4 Prozent, Newmont mehr als 2 Prozent.
Auf der Gewinnerseite standen ausgerechnet jene Titel, die vom teuren Öl direkt profitieren. Santos legte über 1 Prozent zu, Beach Energy gewann fast 2 Prozent, Woodside Energy und Origin Energy notierten leicht im Plus. Auch die Bankenwerte hielten sich vergleichsweise stabil — National Australia Bank gewann über 1 Prozent, Westpac und ANZ Banking legten leicht zu.
Technologiewerte gehörten dagegen zu den klaren Verlierern. WiseTech Global gab knapp 3 Prozent nach, Zip sackte fast 5 Prozent ab und Appen verlor mehr als 3 Prozent. Der Ausverkauf bei Halbleiter- und KI-nahen Werten in der gesamten Region — von Kioxia über Advantest bis SK Hynix und Samsung — strahlte auch auf australische Techtitel aus.
Der Blick richtet sich auf die Fed
Der eigentliche Taktgeber sitzt derzeit nicht in Sydney, sondern in Washington. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank bei der Sitzung am 16. September ist laut Terminmarkt-Daten binnen einer Woche von rund 49 auf über 72 Prozent gesprungen. Die anstehenden US-Verbraucherpreiszahlen für August, die am Freitagnachmittag veröffentlicht werden, dürften diese Einschätzung weiter schärfen.
Für den australischen Markt bedeutet das: Solange der Ölpreis hoch bleibt und die Zinssorgen in den USA nicht abklingen, dürfte der Druck auf Minen- und Technologiewerte anhalten. Die Energie- und Finanztitel bieten dem Index derzeit die einzige nennenswerte Gegenwehr.
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