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S&P 500: Wenige Aktien tragen den Markt

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 16:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Goldman Sachs meldet die geringste Marktbreite seit der Dotcom-Blase; die mittlere Indexaktie liegt 16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Trading-Desk mit mehreren Monitoren und bunten Finanzcharts vor Skyline
S&P Global Inc. (ISIN US78378X1072): fotorealistischer Trading-Desk mit mehreren Bildschirmen und generischen Marktcharts am Fenster Illustration mit AI erstellt.

Steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen haben die US-Börsen am Montag belastet. Negativ-Schlagzeilen aus dem KI-Sektor drückten zusätzlich auf die Stimmung: ChatGPT-Entwickler OpenAI setzte nach einem neuen Zwischenfall das Training seiner leistungsstärksten Modelle aus. Der S&P 500 gab im frühen Handel 0,5 Prozent nach, der Dow Jones verlor ebenfalls ein halbes Prozent auf 51.579 Punkte.

Hinter der vermeintlich stabilen Kursentwicklung des Index verbirgt sich allerdings ein Problem, das Goldman Sachs in einer aktuellen Analyse deutlich benennt. Die Marktbreite ist auf den niedrigsten Stand seit der Dotcom-Blase gefallen. Nur eine schmale Gruppe von KI-Werten hält den Index oben, während die Mehrheit der Einzeltitel deutlich zurückbleibt.

Median-Aktie 16 Prozent unter Hoch

Strategist Ben Snider von Goldman Sachs beziffert die Diskrepanz konkret: Die mittlere S&P-500-Aktie notiert 16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Gleichzeitig ist das Stimmungsbarometer der Bank, das die Positionierung von US-Aktieninvestoren misst, auf minus 0,9 gefallen — ein Niveau, das zuletzt im März erreicht wurde.

Snider sieht darin auch eine Chance: Sollte die makroökonomische Unsicherheit nachlassen, könnten sowohl der breite Markt als auch die zurückgebliebenen Werte aufholen. Der Index selbst hat seit Jahresbeginn 14 Prozent zugelegt, sein Kurs-Gewinn-Verhältnis ist trotzdem von 22 auf 19 gesunken — nahe dem Zehnjahresdurchschnitt.

Diese fallende Bewertung erklärt Goldman mit steigenden Zinsen und einer wachsenden Skepsis, ob die aktuelle Profitabilität der Unternehmen tragfähig ist. Das Bewertungsmodell der Bank zeigt: Das derzeitige Multiple passt zu einer Eigenkapitalrendite von 22 Prozent — historisch hoch, aber zwei Prozentpunkte unter dem aktuellen Niveau. Der Markt preist also bereits einen gewissen Rückgang der Profitabilität ein.

Long/Short-Strategie vor Bewährungsprobe

Eine Value-Strategie der Bank, die auf Long- und Short-Positionen setzt, hat seit Mitte des vergangenen Jahres eine Rendite von mehr als 25 Prozent erzielt. Goldman erwartet jedoch, dass diese Strategie künftig schwächer abschneidet — ein Hinweis darauf, dass sich die extremen Bewertungsunterschiede zwischen Gewinnern und Verlierern im Index allmählich einebnen könnten.

Für die kommenden Wochen bleibt die entscheidende Frage, ob sich die schmale Marktbreite auflöst oder ob wenige KI-Schwergewichte den Index weiter im Alleingang tragen. Steigende Anleiherenditen und der aktuelle Rückschlag im KI-Sektor liefern dafür bereits erste Testfälle.

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