S&P 500: KI-Server-Aufträge über 95 Milliarden
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 09:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der S&P 500 hat am gestrigen Mittwoch eine dreitägige Verlustserie beendet und schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 7.666,60 Punkten. Getragen wurde diese Erholung vor allem durch eine leichte Entspannung an den Anleihemärkten sowie durch starke Quartalszahlen und Prognosen aus dem Technologiesektor. Damit notiert der Index derzeit etwa -1,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das er Mitte August erreicht hatte.
Entspannung am Rentenmarkt stützt Aktien
Ein wesentlicher Faktor für die positive Stimmung war die Atempause bei den Renditen für US-Staatsanleihen. Die Rendite der 10-jährigen Treasury-Notes, die im Tagesverlauf mit bis zu 4,82 Prozent den höchsten Stand seit November 2023 markiert hatte, sank bis zum Handelsschluss auf 4,78 Prozent.
Parallel dazu lieferte der ADP-Arbeitsmarktbericht neue Impulse für die Zinsdiskussion. Mit lediglich 38.000 neu geschaffenen Stellen im privaten Sektor verzeichnete der US-Arbeitsmarkt im August den langsamsten Zuwachs seit Januar.
Diese Abkühlung am Arbeitsmarkt nährt unter Anlegern die Hoffnung auf eine vorsichtigere Gangart der US-Notenbank Fed. Dennoch bleiben die Erwartungen an den Terminmärkten gespannt: Laut dem FedWatch-Tool wird die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September auf etwa 66 Prozent taxiert.
Fed-Gouverneur Barr signalisierte zudem Entschlossenheit, die Zinsen weiter anzuheben, sollte die Inflation nicht ausreichend zurückgehen. Die Marktteilnehmer blicken nun gespannt auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag.
Künstliche Intelligenz als Wachstumsmotor
Abseits der makroökonomischen Daten lieferten große Technologiekonzerne neue Beweise für die anhaltende Dynamik im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).
Die Aktie von Dell Technologies verzeichnete einen deutlichen Kurssprung von über 15 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 192 Milliarden Dollar angehoben hatte. Laut Medienberichten stützt sich dieser Optimismus auf einen Auftragsbestand für KI-Server in Höhe von 95 Milliarden Dollar.
Auch Broadcom und Hewlett Packard Enterprise (HPE) untermauerten diesen Trend. Broadcom meldete für das dritte Quartal einen Umsatzsprung von 86 Prozent auf 29,59 Milliarden Dollar, wobei das Geschäft mit KI-Halbleitern im Jahresvergleich um 221 Prozent wuchs.
HPE wiederum hob seine Jahresprognosen an, nachdem der Quartalsumsatz dank der hohen Nachfrage nach Netzwerktechnik und Cloud-Lösungen um 34 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar gestiegen war. Analysten weisen darauf hin, dass die Rekordgewinnmargen des S&P 500 maßgeblich durch diesen KI-Investitionszyklus getrieben werden.
Skeptische Ausblicke für den September
Trotz der gestrigen Kursgewinne mahnen namhafte Analysehäuser zur Vorsicht. Analysten von JPMorgan und Wells Fargo äußerten sich zurückhaltend für den weiteren Verlauf des Septembers.
Historisch gesehen gilt dieser Monat als der schwächste Börsenmonat des Jahres: Seit 1926 verzeichnete der S&P 500 im September einen durchschnittlichen Rückgang von 0,7 Prozent. Scott Rubner von Citadel Securities warnte zudem davor, dass die positiven Katalysatoren für den Markt seltener werden könnten.
Das aktuelle Bewertungsniveau des Index wird ebenfalls kritisch diskutiert. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward-KGV) von etwa 19,7 liegt die Bewertung deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 16. Goldman Sachs erwartet für die kommenden zwölf Monate lediglich Renditen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Neben den Zinssorgen belasten zudem geopolitische Risiken die Märkte: Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran ließen die Rohölpreise der Sorte Brent zuletzt auf rund 95 Dollar pro Barrel steigen, was die Inflationssorgen erneut befeuern könnte.
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