S&P, Gesundheitswerte

S&P 500: Gesundheitswerte als KI-Alternative

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 02:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der S&P 500 testet eine technische Unterstützung, während Anleger in Gesundheitswerte umschichten und ein KI-Investitionseinbruch als Szenario gilt.
S&P Global Inc. (ISIN US78378X1072): Makroaufnahme von dichten Finanzzeitungstabellen mit Zahlen und Lupe am Rand Illustration mit AI erstellt.

Der Index hält sich am Freitag knapp über einer wichtigen Unterstützung, während unter der Oberfläche eine Rotation läuft. Kapital wandert aus den KI-Favoriten in defensivere Sektoren. Vor allem der Gesundheitssektor profitiert.

Technik: Unterstützung unter Druck

Auf dem 5-Stunden-Chart bewegt sich der S&P 500 um 7.667 Punkte, direkt über der Zone zwischen 7.650 und 7.660. Dort liegt zugleich die Nackenlinie einer Doppeltop-Formation. Das Momentum zeigt klar nach unten: Der Kurs notiert unter den gleitenden Durchschnitten, der MACD ist deutlich negativ, und das Volumen steigt bei fallenden Kursen.

Bricht die Marke, rücken nach technischer Lesart zunächst 7.576 und danach 7.500 Punkte in den Blick. Dazwischen liegt die 50-Prozent-Retracement-Marke bei 7.611 Punkten. Der Relative-Stärke-Index steht bei gut 33 und nähert sich dem überverkauften Bereich. Das spricht eher für eine mögliche technische Erholung als für eine Trendwende.

Für die Bullen wird es erst oberhalb von 7.700 Punkten wieder freundlicher. Die Spanne bis 7.730 gilt als richtungsloses Gelände mit hoher Gefahr von Fehlsignalen.

Rotation in den Gesundheitssektor

Die KI-Euphorie bekommt Risse, und das zeigt sich in der Sektorverteilung. Gesundheitsaktien galten vor einem Jahr noch mit einem Abschlag von rund 25 Prozent zum Gesamtmarkt als Schnäppchen. Dieser Abschlag ist verschwunden. Der Branchen-ETF XLV kommt auf das 19,3-Fache des erwarteten Gewinns und ist damit etwas teurer als der breite Markt.

Am Dienstag legte der Sektor im Index um rund 2,4 Prozent zu und gehörte zu den stärksten Branchen. Goldman-Sachs-Analyst Asad Haider nennt mehrere Gründe: medizinische Innovationen, Zweifel an der Stabilität anderer Branchen und nachlassende politische Risiken.

Historisch gibt es eine Parallele. In den Jahren vor der Finanzkrise 2008 hielten sich Gesundheitswerte stabil, während andere Bewertungen sanken. Im Abschwung verloren sie zwar ebenfalls, schnitten aber deutlich besser ab als der Gesamtmarkt und übertrafen den Index danach etwa ein Jahrzehnt lang.

Das Crash-Szenario

Wie viel auf dem Spiel steht, zeigt eine Szenarioanalyse von TS Lombard. Ökonom Dario Perkins rechnet vor, dass ein Einbruch der KI-Investitionen rund 20 Billionen US-Dollar an US-Börsenwert vernichten könnte.

Der S&P 500 würde in diesem Fall um 30 Prozent fallen. Es handelt sich um ein Gedankenspiel, nicht um eine Prognose. Es erklärt aber, warum defensive Titel wie Johnson & Johnson und Eli Lilly gefragt sind. Beide zusammen machen etwa ein Viertel des XLV aus.

Entscheidend ist kurzfristig die Zone um 7.650 Punkte. Fällt sie, liegt das nächste Ziel bei 7.576 Punkten. Gelingt dagegen ein Schlusskurs über 7.700, wäre das erste Anzeichen einer Stabilisierung gesetzt.

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