S&P, Erleichterung

S&P 500: Erleichterung durch Ölpreis-Rücksetzer

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach vier Verlusttagen drehen die US-Börsen ins Plus. Sinkende Ölpreise stützen die Kurse, während die Inflation über dem Fed-Ziel bleibt.

Trading-Desk mit mehreren Monitoren und bunten Finanzcharts vor Skyline
S&P Global Inc. (ISIN US78378X1072): fotorealistischer Trading-Desk mit mehreren Bildschirmen und generischen Marktcharts am Fenster Illustration mit AI erstellt.

Nach vier Verlusttagen in Folge beim Dow Jones und einer nervösen Handelswoche kam am Freitag die Wende. Der Auslöser lag nicht an der Wall Street selbst, sondern am Ölmarkt: Rohöl hatte seit Wochenbeginn um mehr als 12 Prozent zugelegt, gab am Freitag aber deutlich nach.

Grund war ein Bericht der Financial Times, wonach Iran und Oman kommende Woche mit den Golfstaaten über eine Wiederöffnung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus sprechen wollen.

Der S&P 500 reagierte mit einem Anstieg von 0,86 Prozent auf 7.656,98 Punkte. Der Dow Jones legte um 0,98 Prozent auf 52.573,29 Zähler zu und beendete damit seine Serie von vier Verlusttagen, der technologielastige Nasdaq 100 gewann 0,91 Prozent auf 29.368,44 Punkte. Trotz der Erholung bleibt der Woche ein Minus: Der Dow verliert auf Wochensicht 1,6 Prozent, der S&P 500 rund 0,8 Prozent.

Inflation bleibt hartnäckig, Fed-Zinserhöhung gilt als ausgemacht

Die Verbraucherpreise in den USA kletterten im August wie erwartet um 0,4 Prozent, nach 0,1 Prozent im Juli. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel fiel mit 0,3 Prozent sogar etwas höher aus als von Ökonomen prognostiziert, die mit 0,2 Prozent gerechnet hatten. Im Jahresvergleich liegt die Teuerung bei 3,4 Prozent — deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank.

Die Daten festigen die Erwartung, dass die Federal Reserve in der kommenden Woche den Leitzins um einen Viertelpunkt anhebt. Anleger scheinen diesen Schritt bereits eingepreist zu haben, denn die Reaktion an den Märkten blieb trotz der hartnäckigen Inflation verhalten positiv.

Technologiewerte und Übernahme sorgen für Bewegung

Im Einzelwertegeschehen zeigte sich ein gemischtes Bild im Softwaresektor. Adobe drehte trotz eines zunächst enttäuschenden Umsatzausblick ins Plus, während Oracle nach starken Quartalszahlen im Zuge der KI-Nachfrage die Gewinne der Vortage teilweise wieder abgab.

Deutlich profitierten dagegen Hardware- und Serverwerte: HP, Hewlett Packard Enterprise und Dell schossen um bis zu 12 Prozent nach oben, nachdem sich der RBC-Analyst David Paige positiv zur KI-Infrastruktur-Nachfrage bei Dell geäußert hatte.

Für Gesprächsstoff sorgte zudem eine Übernahmeofferte: Die Aktien von ACV Auctions sprangen um 44 Prozent, nachdem der Fahrzeugauktions-Konkurrent Copart ein Angebot vorgelegt hatte. Copart selbst drehte nach freundlichem Start ins Minus.

Die kommende Woche dürfte vom Fed-Zinsentscheid am 15. und 16. September geprägt sein. Sollte sich die Entspannung am Ölmarkt fortsetzen, könnte das Wall Street zusätzlichen Rückenwind geben — bleibt der Konflikt um die Straße von Hormus jedoch ungelöst, dürfte die Nervosität schnell zurückkehren.

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