Ryanair, Aktie

Ryanair Aktie: Bremen fliegt raus

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 20:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Im Winter sinkt Ryanairs Sitzplatzangebot um rund 700.000; Bremen verliert die Verbindungen ab April 2027 vollständig.

Flatlay mit Aktienzertifikat, ISIN-Karte, Modellflugzeug und Pilotenmütze auf Holztisch
Flatlay mit Aktienzertifikat und ISIN-Karte IE00BYTBXV33 stellt Ryanair Holdings plc als Investmentobjekt visuell dar Illustration mit AI erstellt.

Ryanair dünnt sein Deutschland-Geschäft weiter aus. Im kommenden Winterflugplan streicht der Billigflieger rund 700.000 Sitzplätze, und Bremen verliert die Airline zum Sommer 2027 komplett.

Zehn Prozent weniger Kapazität

Die Kürzung entspricht einem Rückgang von zehn Prozent gegenüber dem Winter 2025/26. Als Gründe nennt das irische Unternehmen hohe staatliche Zugangsgebühren und die "exorbitante" deutsche Luftverkehrsteuer. Die Maschinen sollen in EU-Staaten wandern, die die Steuer abgeschafft oder Gebühren gesenkt haben.

Die Hauptlast trägt der Hauptstadtflughafen BER. Dort schließt Ryanair zum 24. Oktober die Basis mit sieben Flugzeugen und den zugehörigen Crews. Berlin verliert damit rund die Hälfte des bisherigen Angebots, zwölf Strecken fallen ganz weg, darunter Gran Canaria, Palermo und Thessaloniki. "Berlin ist mit Abstand der größte Verlierer", sagt Konzernchef Eddie Wilson. Den BER bezeichnete er als "erfolglosesten Flughafen Europas".

Der Flughafenbetreiber hält dagegen. Sechs der zwölf gestrichenen Verbindungen übernähmen andere Airlines oder bedienten sie bereits. Die gekürzte Kapazität lasse sich dennoch nicht vollständig ersetzen. Die angestrebte neue Vereinbarung mit den Fluggesellschaften führe für Ryanair zudem nicht zu höheren Entgelten, betonte ein Sprecher.

Bremen scheitert an den Konditionen

In Bremen enden die Flüge ab April 2027 vollständig. Betroffen sind Verbindungen mit zusammen 500.000 Sitzplätzen, der Flughafen verliert damit rund ein Fünftel seines Angebots. Die seit September laufenden Verhandlungen über neue Konditionen sind gescheitert.

Nach Darstellung von Aufsichtsratschef Kai Stührenberg verlangte Ryanair so weitgehende Nachlässe, dass Bremen bis zu fünf Euro je Passagier hätte zuschießen müssen. Der Senat erklärt, die Airline habe Leistungen und Infrastruktur nahezu kostenfrei nutzen wollen. Ryanair macht dagegen erneut hohe Kosten und Steuern verantwortlich.

Wachstum an anderer Stelle

Nicht überall schrumpft das Programm. In Memmingen und Köln baut Ryanair die Kapazität aus, Saarbrücken und Friedrichshafen kommen neu in den Winterflugplan. In Hamburg fallen rund fünf Prozent der Kapazität weg.

Die Strategie ist damit klar erkennbar: Ryanair verlagert Flugzeuge dorthin, wo Staaten und Flughäfen niedrigere Kosten bieten. Der Winterflugplan setzt diese Linie ab dem 24. Oktober um, der Bremer Rückzug folgt zum Start des Sommerflugplans im April 2027.

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