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Ryanair Aktie: 150-Millionen-Paket für O'Leary genehmigt

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 05:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ryanair genehmigt O'Learys Aktienoptionen trotz Widerstand, während Gewinn und Aktienkurs sinken und ein Flugvorfall untersucht wird.

Weißes generisches Kurzstreckenflugzeug wird am Flughafengate in Dublin beladen
Fotorealistisches Bild eines generischen Kurzstreckenflugzeugs am Gate symbolisiert Ryanair Holdings plc, ISIN IE00BYTBXV33, Dublin Illustration mit AI erstellt.

Die Aktionäre der irischen Fluggesellschaft Ryanair haben auf der diesjährigen Hauptversammlung in Dublin den Weg für ein massives Vergütungspaket für Konzernchef Michael O'Leary freigemacht.

Trotz eines erheblichen Widerstands von fast 40 Prozent der Stimmberechtigten wurde das Programm, das dem CEO Optionen auf Millionen von Aktien in Aussicht stellt, am Donnerstag und Freitag mehrheitlich verabschiedet. Damit bleibt die strategische Ausrichtung des Billigfliegers eng mit der Person O'Leary verknüpft, der zudem mit großer Mehrheit als Direktor wiedergewählt wurde.

Ehrgeizige Ziele für Rekord-Bonus

Das genehmigte Vergütungspaket sieht vor, dass Michael O'Leary Optionen auf zehn Millionen Aktien zu einem festgelegten Ausübungspreis von 26,70 Euro erhält. Um diesen Bonus in Anspruch nehmen zu können, muss das Unternehmen bis zum Jahr 2032 entweder einen Nachsteuergewinn von mehr als vier Milliarden Euro erzielen oder der Aktienkurs muss über einen Zeitraum von 28 Tagen die Marke von 42 Euro erreichen. Bei Erreichen dieser Ziele könnte das Paket einen Wert von rund 150 Millionen Euro erreichen.

Obwohl etwa 39 Prozent der Aktionäre gegen diese Vergütungspolitik stimmten, sicherte sich das Vorhaben mit einer Zustimmung von 61 Prozent die erforderliche Mehrheit. Ein ähnliches Paket aus dem Jahr 2019 hatte seinerzeit sogar bei rund der Hälfte der Aktionäre für Ablehnung gesorgt.

Ungeachtet der Debatte über die Bonuszahlungen wurde O'Leary selbst mit einer Zustimmung von rund 98 Prozent in seinem Amt als Direktor bestätigt. Auch andere Beschlüsse, wie die Schlussdividende und Ermächtigungen zum Aktienrückkauf, passierten die Versammlung mit deutlichen Mehrheiten von über 90 Prozent.

Verbale Entgleisungen und operative Turbulenzen

Überschattet wurde das Treffen in Dublin von scharfer Kritik an O'Learys Wortwahl. Der CEO hatte Konkurrenten wie die Lufthansa, British Airways und Aer Lingus als „High-Fare Rapists“ bezeichnet und diese Formulierung auf Nachfrage als angemessen verteidigt. Frauenrechtsorganisationen und irische Regierungsmitglieder, darunter Vize-Premier Simon Harris, verurteilten die Wortwahl als unangemessen und forderten eine Richtigstellung. Ryanair gab zu diesen Vorwürfen zunächst keine offizielle Stellungnahme ab.

Zusätzlich sah sich die Unternehmensführung mit Fragen zu einem Vorfall im Juli 2026 konfrontiert. Bei einem Flug von Thessaloniki nach Memmingen war ein Fenster gebrochen, woraufhin ein Passagier behauptete, er sei teilweise aus dem Flugzeug gesogen worden.

O'Leary bestritt diese Darstellung nach der Hauptversammlung ausdrücklich und erklärte, der Passagier sei zwar durch den Druckabfall zum Fenster gesogen, aber kein Körperteil sei nach außen gelangt. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB untersucht den Vorfall derzeit gemeinsam mit Boeing und der Fluggesellschaft.

Druck auf die Aktie nach schwachem Quartal

Die geschäftliche Lage des Konzerns bleibt derweil angespannt. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 (April bis Juni 2026) sank der Gewinn nach Steuern um rund ein Drittel auf 538 Millionen Euro. Sinkende Ticketpreise und gestiegene Kosten belasteten das Ergebnis, während das Passagieraufkommen gleichzeitig um sechs Prozent auf 61,3 Millionen Fluggäste stieg. Zusätzlich sorgten IT-Störungen bei der britischen Flugsicherung NATS für zahlreiche Flugstreichungen, die den Betrieb zusätzlich belasteten.

An der Börse spiegelt sich die schwierige Gemengelage wider. Der Kurs der Ryanair-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 22,89 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 22 Prozent an Wert verloren und notiert damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 31,00 Euro, das im Januar erreicht wurde. Um die im Bonuspaket für O'Leary vorgesehenen Kursmarken zu erreichen, müsste die Aktie von ihrem aktuellen Niveau aus massiv zulegen.

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