RWE, Prognose

RWE: Prognose 2026 auf 6,35 Milliarden angehoben

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 04:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RWE erhöht nach kräftigem Gewinnwachstum im ersten Halbjahr seine Jahresprognose. Analysten reagieren mit angehobenen Kurszielen auf die positive Entwicklung.

RWE hebt Jahresziele an: Starkes erstes Halbjahr treibt Prognose
Moderne Offshore-Windkraftanlagen bei Sonnenuntergang als Symbol für wachsende Energiewirtschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Essener Energiekonzern RWE hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach einer starken operativen Entwicklung im ersten Halbjahr angehoben. Dank deutlicher Zuwächse bei den Ergebnissen im Kerngeschäft blickt das Management zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Analysten reagierten am Montag mit Kurszielerhöhungen auf die konkretisierten Pläne und die robusten Zwischenzahlen.

Kräftiger Ergebnissprung in der ersten Jahreshälfte

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 konnte RWE sein bereinigtes EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) massiv steigern. Der Wert kletterte laut Unternehmensangaben um 44 Prozent auf 3,011 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 2,09 Milliarden Euro erzielt worden waren. Noch deutlicher fiel das Plus beim bereinigten Nettoergebnis aus, das um 59 Prozent auf 1,257 Milliarden Euro anstieg.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) belief sich auf 1,77 Euro, verglichen mit 1,08 Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres. Diese Steigerung gelang dem Konzern trotz eines Rückgangs beim Umsatz, der im Berichtszeitraum auf 7,665 Milliarden Euro sank. Die verbesserte Ertragslage wird primär auf eine starke Performance im Bereich der erneuerbaren Energien und Impulse aus dem Handelsgeschäft zurückgeführt.

Vorstand konkretisiert Prognose für das Gesamtjahr

Auf Basis der positiven Entwicklung am Donnerstag der vergangenen Woche hat RWE die Zielsetzungen für 2026 nach oben korrigiert. Für das bereinigte EBITDA erwartet der Vorstand nun eine Spanne zwischen 5,750 Milliarden Euro und 6,350 Milliarden Euro.

Zuvor lag der Korridor bei 5,200 bis 5,800 Milliarden Euro. Auch beim bereinigten Nettoergebnis wurde die Messlatte angehoben: Hier peilt der Konzern nun 1,950 bis 2,450 Milliarden Euro an.

Parallel zur operativen Expansion setzt das Unternehmen auf grüne Finanzierungsinstrumente. Bereits am 29. Juni hatte RWE eine grüne Anleihe mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro platziert. Die Mittel aus diesem Green Bond sind zweckgebunden für den Ausbau von Batteriespeichern sowie Wasserstoff-, Wind- und Solarprojekten vorgesehen.

Operative Fortschritte verzeichnete der Konzern zuletzt auch in der deutschen Nordsee. Das Großprojekt „Nordseecluster A“ speiste mit einer Kapazität von 1,6 Gigawatt erstmals Strom in das Netz ein.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Die angehobene Prognose und neue Projekte stießen bei Experten auf positive Resonanz. Analysten von Barclays hoben am Montag ihr Kursziel für das Papier von 68 Euro auf 72 Euro an und bestätigten die Einstufung „Overweight“. Zur Begründung verwiesen sie auf ein bislang unterschätztes Ergebnispotenzial sowie auf Impulse durch anstehende Energieauktionen.

Die Bank RBC Capital Markets erhöhte am selben Tag ihr Ziel von 65 Euro auf 66 Euro und blieb bei der Einstufung „Outperform“. Neben der neuen Guidance führten die Experten neue US-Gas-Projekte als positive Treiber an. Medienberichten zufolge prüft der Konzern zudem einen strategischen Rückzug aus bestimmten US-Windkraftprojekten, um das Portfolio weiter zu optimieren.

An der Börse notierte der Wert gestern zum Handelsschluss bei 58,14 Euro, was einem Rückgang von 1,9 Prozent entspricht. Damit liegt das Papier derzeit 6,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 62,00 Euro.

Trotz der kurzfristigen Schwankungen am gestrigen Dienstag zeigt der Trend seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung, wobei der Titel seit Januar um 28 Prozent zulegen konnte. Während die französische Fondsgesellschaft Amundi ihren Stimmrechtsanteil zuletzt leicht auf 2,97 Prozent reduzierte, bleibt das Gros der Marktbeobachter für den weiteren Jahresverlauf optimistisch gestimmt.

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