RWE Aktie: Berenberg hebt Kursziel auf 72 Euro
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 15:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von RWE setzt ihren positiven Trend fort und nähert sich nach einem starken Wochenausklang wieder ihren bisherigen Höchstständen an. Am Freitag legte das Papier um 2,0 % zu und ging mit einem Schlusskurs von 58,96 € aus dem Handel. Damit beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 62,00 € nur noch 4,9 %. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus für die Anteilseigner des Essener Energiekonzerns bereits auf 30 %.
Analysten heben die Kursziele deutlich an
Die jüngste Kursdynamik wird von wohlwollenden Expertenkommentaren gestützt. Erst am Donnerstag hob das Analysehaus Berenberg sein Kursziel für RWE von 68,50 Euro auf 72,00 Euro an und bestätigte die Einstufung auf „Buy“.
Bereits vor zehn Tagen hatte JPMorgan das Kursziel auf 68,50 Euro hochgeschraubt. Der Analyst Pavan Mahbubani verwies dabei unter anderem auf die strategische Aufstockung der Anteile am Netzbetreiber Amprion sowie auf Kompensationszahlungen für Projekte im Bereich Offshore-Wind.
Auch die Deutsche Bank und die UBS zeigten sich vor rund zehn Tagen zuversichtlich. Während die Deutsche Bank die positiven Signale aus den jüngsten Telefonkonferenzen zu den Geschäftszahlen hervorhob, konzentriert sich die UBS auf künftige Auktionen für Gas- und Dampf-Kombikraftwerke. Hier sehen die Analysten zweistellige Renditepotenziale für den Konzern.
Strategische Neuausrichtung und Netz-Mehrheit
Hinter der Zuversicht am Markt stehen wesentliche Weichenstellungen in der Unternehmensstruktur. Bereits Ende Juli schloss RWE die Aufstockung der Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion ab.
Für 3,6 Milliarden Euro übernahm der Konzern weitere Anteile, wodurch die Beteiligung auf nun 55 % stieg und RWE damit die Mehrheit hält. Für den weiteren Netzausbau sind bis zum Jahr 2031 zusätzliche Investitionen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro geplant.
Diese Expansion stößt jedoch nicht überall auf Gegenliebe. Medienberichten zufolge fordern mehrere Ökoenergieunternehmen wie Naturstrom und die Bürgerwerke eine Überprüfung der Übernahme durch die Bundesnetzagentur. Die Kritiker befürchten eine Wettbewerbsverzerrung auf dem Strommarkt und sehen das Prinzip der Entflechtung von Stromerzeugung und Netzbetrieb gefährdet.
Fokus auf LNG und flexible Erzeugung
Parallel zum Netzausbau ordnet RWE sein internationales Portfolio neu. Wie das Unternehmen vor gut drei Wochen mitteilte, zieht sich der Konzern aus Offshore-Windprojekten in den USA zurück und gab die entsprechenden Pachten an das US-Innenministerium zurück. Der Vergleich sieht Ausgleichszahlungen in Höhe von 1,22 Milliarden US-Dollar vor.
Das freiwerdende Kapital wird direkt in andere US-Projekte umgeleitet. So investiert RWE rund 900 Millionen US-Dollar in eine 16-prozentige Beteiligung am Louisiana-LNG-Projekt. Bis 2031 plant die US-Tochter RWE Americas insgesamt 17 Milliarden Euro zu investieren, um die Kapazitäten deutlich zu steigern. Diese strategische Flexibilität wurde bereits vor gut drei Wochen mit einer Anhebung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr flankiert.
Für die Aktionäre bleibt zudem die Dividendenpolitik ein zentraler Ankerpunkt. Das Unternehmen strebt für 2026 eine Ausschüttung von 1,32 Euro je Aktie an. Zudem steht ein kurzfristiges Kapitalmarkt-Ereignis bevor: Zwischen dem 5. Oktober und dem 1. Dezember ist ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 40 Millionen Euro geplant, um Aktien für das Belegschaftsprogramm bereitzustellen.
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