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Rwe Aktie: Analysten sehen Gewinnsprung voraus

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Bank of America hebt Gas- und Strompreisprognosen an und sieht RWE sowie SSE 2027 mit Gewinnpotenzial über den Markterwartungen.

Isometrisches 3D-Diorama mit Windrädern und Stromtrasse im Low-Poly-Stil
RWE AG (DE0007037129) isometrisches 3D-Diorama mit Windrädern, Stromtrasse und Solarfeld im modernen Low-Poly-Stil Illustration mit AI erstellt.

Steigende Gaspreise klingen für Verbraucher nach schlechten Nachrichten. Für RWE könnten sie genau das Gegenteil bedeuten. Die Bank of America hat ihre Prognosen für europäische Energiepreise kräftig angehoben — und sieht RWE als einen der größten Profiteure dieser Entwicklung.

Gasknappheit treibt die Preiserwartungen

Auslöser der neuen Einschätzung sind massiv gestiegene Gaspreisannahmen. Für 2027 hebt die Bank of America ihre Prognose für den europäischen Referenzpreis TTF von 39 auf 55 Euro je Megawattstunde an, für das vierte Quartal 2026 werden sogar 100 Euro erwartet. Hintergrund sind anhaltende Störungen bei katarischen LNG-Exporten durch die Straße von Hormus, historisch niedrige europäische Gasspeicherstände und eine anziehende Nachfrage aus Asien.

Ein milder Winter könnte diese Rechnung schnell durchkreuzen und die Preise wieder drücken. Umgekehrt bergen einzelne Kälteperioden erhebliches Spitzenrisiko nach oben — ein Szenario, das die Analysten explizit als Unsicherheitsfaktor benennen.

RWE unter den Favoriten

Auf Basis der neuen Preisannahmen hebt die Bank of America ihre Strompreiserwartungen für 2027 um durchschnittlich 9 Prozent an, für 2028 um 5 Prozent. Bei mehreren Versorgern liegen die daraus resultierenden Gewinnschätzungen für 2027 nun 6 bis 9 Prozent über dem Marktkonsens.

RWE gehört neben SSE zu den Werten, bei denen die Bank das größte Aufwärtspotenzial sieht. Für beide Unternehmen erwarten die Analysten starke Zahlen im November und ein Gewinn-je-Aktie-Potenzial von 7 bis 8 Prozent über Konsens für 2027. Auch EDP und Endesa bieten aus Sicht der Bank Revisionspotenzial, während Verbund und ERG von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft wurden — dort liegen die Schätzungen sogar mehr als 15 Prozent über den bisherigen Markterwartungen.

Als Risikofaktor bleiben staatliche Eingriffe im Raum stehen. Preisdeckel und Übergewinnabschöpfungen, wie sie in Spanien und Italien bereits diskutiert werden, könnten einen Teil der erwarteten Gewinnsteigerungen wieder auffressen.

Die im November anstehenden Geschäftszahlen dürften zeigen, ob sich die höheren Preisannahmen bereits in RWEs Zahlenwerk niederschlagen. Bis dahin bleibt die Entwicklung der Gasspeicher und der Witterung im Winterhalbjahr der entscheidende Taktgeber für die Preisannahmen der Analysten.

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