RTL Aktie: Schmitter räumt Raab-Fehler ein
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 18:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
RTL-Chef Stephan Schmitter hat in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Der Standard“ Fehler bei der Programmgestaltung rund um das TV-Comeback von Stefan Raab eingeräumt.
Der Sender hatte den Entertainer mit einem exklusiven Fünfjahresvertrag ausgestattet, der ein Produktionsvolumen von rund 90 Millionen Euro umfasst. Angesichts durchwachsener Einschaltquoten kündigte die Führung des Medienhauses nun eine strategische Kurskorrektur für die langfristig angelegte Kooperation an.
Quotenenttäuschungen im wöchentlichen Abendprogramm
Auslöser der selbstkritischen Bestandsaufnahme war die Entwicklung nach dem vielbeachteten Auftakt. Zwar verfolgten damals mehr als 8 Millionen Zuschauer den Boxkampf gegen Regina Halmich, den Schmitter als eines der erfolgreichsten TV-Events der jüngeren Vergangenheit bezeichnete.
Die im Anschluss gestartete wöchentliche Live-Sendung „Du gewinnst hier nicht die Million“ konnte dieses Niveau jedoch nicht halten. Nach rund 30 Folgen stellte RTL das Format mangels Publikumsresonanz ein.
Auch die Quizshow „Die Unzerquizbaren“ verfehlte das erhoffte Interesse des Publikums. Schmitter räumte bei den Österreichischen Medientagen in Wien ein, das Unternehmen habe nach dem Auftakterfolg zu viel auf einmal ausprobiert. Man sei dabei mit dem Kopf durch die Wand gegangen und habe einen klassischen Fehler der Fernsehbranche begangen.
Rückbesinnung auf etablierte Showkonzepte
Künftig setzt das Management auf eine veränderte Herangehensweise und will den Entertainer vor allem in vertrauteren Programmfeldern präsentieren. Als Beleg für tragfähige Konzepte verwies die Führung auf die Jetski-WM sowie das Format „Wer weiß wie wann was war?“, das mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Bis zum Vertragsende im Herbst 2029 soll die Zusammenarbeit wieder stabilere Quoten liefern und das finanzielle Engagement rechtfertigen.
Zurückhaltung am Markt vor den Quartalszahlen
An der Börse zeigt sich das Sentiment für den Medienkonzern weiterhin verhalten. Die RTL-Aktie verliert heute 0,7 Prozent und notiert bei 28,45 Euro. Damit bewegt sich das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 28,30 Euro.
Für die Anleger steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie effizient RTL die Programminvestitionen steuert. Das klassische Fernsehgeschäft steht unter anhaltendem Wettbewerbsdruck, weshalb kostspielige Fehlgriffe im Abendprogramm die Profitabilität belasten. Das Eingeständnis der Führungsebene signalisiert das Bestreben, künftige Budgets wieder disziplinierter auf verlässliche Quotenbringer zu konzentrieren.
Klarheit über die finanzielle Entwicklung erwarten die Marktteilnehmer im kommenden Monat. Analysten prognostizieren für das Gesamtjahr im Schnitt einen Gewinn von 2,32 Euro je Aktie.
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