Rolls-Royce Aktie: Morgan Stanley hebt auf 2.000 Pence
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 20:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Rolls-Royce erfährt am heutigen Montag eine massive Aufwertung durch die Analystengemeinschaft. Gleich mehrere führende Investmentbanken haben ihre Kursziele für den britischen Triebwerkshersteller drastisch angehoben. Hintergrund ist eine deutliche Korrektur der langfristigen Gewinn- und Cashflow-Erwartungen nach oben.
Analysten sehen insbesondere in der Sparte Power Systems ein enormes Potenzial, das durch den weltweit wachsenden Bedarf an Rechenzentren befeuert wird. Das Papier reagiert mit Kursgewinnen und notiert heute bei 18,41 Euro. Damit liegt der Wert nur noch rund 0,3 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Rechenzentren befeuern Power Systems
Morgan Stanley erhöhte das Kursziel für Rolls-Royce heute auf 2.000 Pence von zuvor 1.500 Pence und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Auch die Analysten von Citigroup zeigten sich deutlich optimistischer und hoben ihre Erwartung von 1.101 Pence auf 1.647 Pence an. Als Haupttreiber nannten sie eine Aufbesserung der langfristigen Gewinnprognosen um 30 bis 40 Prozent, die maßgeblich durch die Sparte Power Systems getrieben werde.
Weitere Aufstufungen meldeten am heutigen Montag Jefferies und die Deutsche Bank, die ihre Ziele ebenfalls signifikant nach oben schraubten. Medienberichten zufolge reflektieren diese Anpassungen die starke Marktstellung des Konzerns bei der Energieversorgung für kritische Infrastrukturen.
Die anhaltende Dynamik im Bereich der künstlichen Intelligenz sorgt für einen massiven Ausbau von Rechenzentren, wovon Rolls-Royce als Anbieter von Stromaggregaten und Energiesystemen unmittelbar profitiert.
Neue Kooperationen in der zivilen und militärischen Luftfahrt
Neben den Analystenstimmen untermauern neue strategische Partnerschaften den Expansionskurs. Heute gaben Rolls-Royce, Boeing und Lufthansa bekannt, gemeinsam neue Technologien zur Steigerung der Treibstoffeffizienz für Großraumflugzeuge zu testen.
Dieser Schritt folgt auf eine wichtige Vereinbarung vom vergangenen Freitag: Zusammen mit Reliance Industries plant das Unternehmen die Entwicklung und Fertigung eines souveränen indischen Kampfflugzeug-Triebwerks für das AMCA-Programm.
Auch das Produktportfolio im Hubschrauber-Segment wächst. Mit dem RR500TS wurde am Freitag ein neues Wellentriebwerk mit 500 Wellen-PS vorgestellt. Zudem expandiert der Konzern im Verteidigungssektor und eröffnete am 12. August ein neues regionales Hauptquartier im australischen Canberra. Dort wird die Partnerschaft mit Marand Precision Engineering ausgebaut, um Gasturbinen-Antriebspakete für internationale Schiffbauprogramme zu exportieren.
Rekordmargen und erhöhte Jahresprognose
Bereits Anfang August hatte das Management die Weichen für die aktuelle Rally gestellt. Die Prognose für das unterjährige operative Ergebnis im Gesamtjahr 2026 wurde auf eine Spanne von 4,7 Milliarden bis 4,9 Milliarden Pfund angehoben.
Zuvor war das Unternehmen von Werten zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Pfund ausgegangen. Auch der freie Cashflow soll mit 3,8 Milliarden bis 4,0 Milliarden Pfund höher ausfallen als bislang erwartet.
Die am 3. August vorgelegten Halbjahreszahlen stützten diesen Optimismus mit einer operativen Marge der Gruppe von 22,5 Prozent. Besonders die Bereiche Defense und Civil Aerospace trugen zu diesem Ergebnis bei. Trotz eines Hinweises des Managements, dass einige Margeneffekte im ersten Halbjahr nicht in vollem Umfang wiederholbar sein könnten, bleibt das Vertrauen der Anleger hoch.
Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Plus von 40 Prozent, was den erfolgreichen Turnaround des Konzerns unterstreicht. Parallel dazu setzt das Unternehmen seine Aktienrückkäufe fort, wie aus Pflichtmitteilungen der vergangenen Woche hervorgeht.
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