ROCKWOOL Aktie: Umsatzrekord trotz Gewinndelle
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 12:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rekordumsatz bei sinkendem Gewinn – auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich. Bei ROCKWOOL erklärt sich der Kontrast durch steigende Energie- und Transportkosten, die trotz starker Nachfrage auf die Profitabilität drücken. Der dänische Dämmstoffhersteller hat am Mittwoch seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt – und gleichzeitig den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben.
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 10 Prozent auf die Rekordmarke von 1,0 Milliarden Euro, getrieben von höheren Absatzmengen. Besonders im Geschäft mit Flachdach-Projekten gewann das Unternehmen Marktanteile, unterstützt von einer Angleichung der Preise gegenüber konkurrierenden Dämmmaterialien. Für das erste Halbjahr steht damit ein Umsatzplus von sechs Prozent in lokalen Währungen zu Buche, bei einem Gesamterlös von 1,906 Milliarden Euro.
Unter dem Strich blieb davon jedoch weniger übrig als im Vorjahr. Der Quartalsgewinn fiel von 122 auf 93 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie sank von 0,6 auf 0,4 Euro.
Steigende Energie- und Transportkosten belasteten die operative Marge: Die EBIT-Marge im zweiten Quartal rutschte um 0,9 Prozentpunkte auf 12,9 Prozent ab, für das Halbjahr ergibt sich ein Rückgang von 1,5 Punkten auf 13,1 Prozent.
Angehobener Ausblick trotz Kostendruck
Trotz der schwächeren Marge zeigt sich das Management zuversichtlich. ROCKWOOL hob die Umsatzprognose für 2026 von zuvor 3 bis 6 Prozent auf nun 5 bis 7 Prozent Wachstum in lokalen Währungen an.
Die Investitionssumme für das laufende Jahr steigt planmäßig von rund 700 auf etwa 750 Millionen Euro, ohne Zukäufe gerechnet – ein Zeichen dafür, dass größere Lieferverträge und Investitionsprojekte planmäßig voranschreiten.
CEO Jes Munk Hansen verwies auf besonders starke Verkäufe in Süd- und Osteuropa, Asien und den USA. Nach seinen Worten seien die Maßnahmen zur Abfederung der Energie- und Transportkostensteigerungen inzwischen wirksam, sodass die Profitabilität für das Gesamtjahr im erwarteten Rahmen bleiben soll.
Die Zielspanne für die EBIT-Marge bestätigte das Unternehmen unverändert bei 13 bis 14 Prozent – allerdings mit dem Hinweis, dass Lieferengpässe bei der Rohstoffbeschaffung in Nordamerika sowie ein weniger günstiger Produkt- und Ländermix das Wachstum bremsen könnten.
Im Juni übernahm ROCKWOOL zudem die restlichen Anteile am schwedischen Unternehmen ScanArc Plasma Technologies, ein Schritt auf dem Weg zu fossilfreien Schmelzprozessen. Am 20. August folgt eine Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen, bei der das Management weitere Details zur Kostenentwicklung und den laufenden Investitionsprojekten liefern dürfte.
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