Rocket Lab Aktie: Viasat-Auftrag für Satellitenbus
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 23:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rocket Lab sammelt weiter Aufträge aus dem Verteidigungssektor ein – doch an der Börse zeigt das kaum Wirkung. Die Aktie notiert bei 57,00 Euro und büßt am heutigen Mittwoch weitere 0,9 Prozent ein, nachdem das Papier bereits in den vergangenen sieben Tagen rund 12 Prozent verloren hat. Der Kontrast zwischen operativer Nachrichtenlage und Kursverlauf prägt den Handel dieser Woche.
Viasat-Auftrag stärkt Sicherheitsgeschäft
Am Montag sicherte sich Rocket Lab einen Auftrag von Viasat für einen geostationären Satellitenbus, der ein geschütztes militärisches Kommunikationssystem tragen soll. Der Deal untermauert die Rolle des Unternehmens als Auftragnehmer für nationale Sicherheitsprojekte – ein Geschäftsfeld, das zuletzt mehrfach Zuwachs erhielt.
Bereits Mitte des Monats hatte die US Space Force zwei Lieferaufträge über insgesamt 12 Millionen Dollar für das Space Data Network Consortium vergeben, mit denen sichere optische Kommunikationsverbindungen demonstriert werden sollen.
Zudem wurde Rocket Lab in das NITE-STAR-Programm der Space Force aufgenommen, eine Trainings- und Kriegsspiel-Infrastruktur mit einem Programmvolumen von bis zu 981 Millionen Dollar für alle Teilnehmer zusammen.
Am selben Tag reichte Rocket Lab bei der US-Börsenaufsicht SEC eine Form-144-Mitteilung ein, die den beabsichtigten Verkauf von Aktien durch Insider anzeigt. Diese Transaktion erfolgt im Rahmen eines im März dieses Jahres eingerichteten Rule-10b5-1-Handelsplans, der zu Diversifikations- und Nachlassplanungszwecken vorab festgelegt wurde.
Solche automatisierten Verkaufspläne unterliegen keiner tagesaktuellen Entscheidung der Insider und gelten am Markt üblicherweise nicht als eigenständiges Warnsignal.
Electron-Mission und Auftragsbestand als operative Stützen
Parallel zu den Verteidigungsdeals lief das operative Geschäft weiter. Die 93. Electron-Mission mit dem Namen „The Lightning God Defends" startete vom Launch Complex 1 in Neuseeland und brachte einen Satelliten mit Radartechnologie für das Institute for Q-shu Pioneers of Space ins All.
Solche Routinestarts unterstreichen die Zuverlässigkeit der Trägerrakete, während die Aufmerksamkeit der Investoren zunehmend auf die größere Neutron-Rakete gerichtet ist, deren Integrations- und Testphase Verzögerungen aufweist.
Fundamental bleibt die Auftragslage robust: Im zweiten Quartal meldete Rocket Lab einen Rekordumsatz von 234,06 Millionen Dollar, ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sowie einen Auftragsbestand von 2,36 Milliarden Dollar. Diese Zahlen bilden weiterhin das Rückgrat der Investmentthese für das Unternehmen.
Kapitalrotation im Raumfahrtsektor belastet Kurs
Trotz der operativen Fortschritte kämpft die Aktie mit einem branchenweiten Gegenwind. Analysten führen die anhaltende Schwäche auf eine Kapitalrotation innerhalb des Raumfahrtsektors zurück, ausgelöst durch den Börsengang von SpaceX vor über einem Monat, seither summieren sich die Verluste bei Rocket Lab auf 45,8 Prozent. Hinzu kommen Sorgen um mögliche weitere Verzögerungen bei Neutron, dessen Erstflug vor rund zwei Wochen verschoben wurde – seither verlor die Aktie 18,1 Prozent.
Die laufende Übernahme von Iridium Communications, für die im August die HSR-Wartefrist ausgelaufen ist und eine S-4-Registrierung bei der SEC eingereicht wurde, bleibt ein zentraler strategischer Baustein. Sie erhöht jedoch auch die Verschuldung des Unternehmens – ein Punkt, den kritische Stimmen im Markt als Risikofaktor werten.
Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Spannungsfeld zwischen wachsendem Verteidigungsgeschäft, robusten Auftragszahlen und branchenweiter Skepsis gegenüber Bewertungen im Raumfahrtsektor.
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