Rocket Lab Aktie: SpaceX blockiert 8-Milliarden-Iridium-Deal
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 11:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Unternehmen, dessen Auftragsbestand auf über 2,3 Milliarden Dollar klettert, dessen Aktie aber binnen sieben Tagen fünf Prozent verliert und seit Jahresbeginn fast zehn Prozent im Minus steht – das ist die Ausgangslage bei Rocket Lab. Für mich ergibt sich daraus ein Bild, das genauer betrachtet werden muss, als es die reine Kurskurve zeigt.
Insider verkaufen – und das lässt sich nicht wegdiskutieren
Was mich stutzig macht: Gleich mehrere Führungskräfte haben zuletzt Aktien abgestoßen. Coo Frank Klein verkaufte am 27. August 35.558 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 66,61 Dollar, umgerechnet rund 2,4 Millionen Dollar – im Rahmen eines Rule-10b5-1-Handelsplans, wie das Unternehmen mitteilte.
Nur wenige Tage zuvor, am 24. August, hatte derselbe Manager bereits 45.692 Aktien für etwa 3,18 Millionen Dollar veräußert. CFO Adam Spice reichte zudem eine Mitteilung über Änderungen seines wirtschaftlichen Eigentums ein.
Klein hält nach den Verkäufen immer noch 925.737 Aktien – das relativiert die Verkäufe etwas, aber die Häufung in kurzer Zeit bleibt ein Signal, das ich nicht ignorieren würde.
10b5-1-Pläne sind rechtlich sauber und oft langfristig vorprogrammiert. Trotzdem: Wenn ein Unternehmen operativ gute Nachrichten liefert und der Kurs zugleich deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 67,18 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 69,43 Euro notiert, wirken solche Verkäufe wie ein Kontrapunkt zur offiziellen Wachstumserzählung.
Der eigentliche Belastungsfaktor liegt woanders
Meiner Einschätzung nach ist die Kursschwäche weniger den Insider-Verkäufen zuzuschreiben als einem größeren Kapitalmarktereignis: der Ankündigung eines SpaceX-Börsengangs am 11. Juni.
Analysen führen den seitherigen Kursrückgang von rund zehn Prozent auf eine Kapitalrotation zurück – Anleger suchen offenbar direkte Beteiligung am Platzhirsch der Branche statt an einem kleineren Player wie Rocket Lab. Das ist aus meiner Sicht eine plausible Erklärung, denn sie deckt sich mit fundamentalen Fakten, die eigentlich für das Unternehmen sprechen: Im zweiten Quartal 2026 meldete Rocket Lab einen Rekordumsatz und einen Auftragsbestand von über 2,3 Milliarden Dollar, davon mehr als eine Milliarde an neu unterzeichneten Verträgen allein im Quartal.
Dazu kommt regulatorischer Gegenwind: SpaceX hat bei der US-Aufsichtsbehörde FCC formell Beschwerde gegen die geplante 8-Milliarden-Dollar-Übernahme von Iridium Communications durch Rocket Lab eingelegt und wettbewerbswidriges Verhalten Iridiums moniert. Ob das die Transaktion tatsächlich gefährdet, bleibt offen – aber die Unsicherheit dürfte den Kurs zusätzlich belasten, solange keine Klarheit herrscht.
Operativ liefert das Unternehmen – strategisch hakt es
Auf der operativen Seite sehe ich wenig zu bemängeln: Die 93. Electron-Mission wurde am 20. August erfolgreich durchgeführt, für heute ist mit „Owl Around the World" bereits die 15. Mission des Jahres 2026 angesetzt. Das zeigt eine beeindruckende Kadenz.
Weniger überzeugend ist dagegen der Fortschritt beim Zukunftsprojekt Neutron: Der Erstflug der wiederverwendbaren Mittelklasse-Rakete wurde wegen eines Problems am Stufe-1-Tank auf das vierte Quartal 2026 verschoben. Für ein Unternehmen, dessen Bewertung stark von künftigem Wachstumspotenzial abhängt, ist so eine Verzögerung kein Nebenschauplatz.
Die Konsenserwartung der 18 Analysten, die den Titel abdecken, lag mit Stand 19. August bei einem Kursziel von 113 Dollar und der Einstufung „Moderate Buy" – deutlich über dem aktuellen Niveau. Ob diese Einschätzung angesichts der jüngsten Entwicklungen noch trägt, kann ich nicht beurteilen, da sie vor den neuesten Belastungsfaktoren datiert.
Mein Fazit
Unterm Strich sehe ich bei Rocket Lab eine Diskrepanz zwischen operativer Stärke und Kursverlauf, die sich größtenteils durch externe Faktoren – die SpaceX-Fantasie und die Iridium-Unsicherheit – erklären lässt. Die Insider-Verkäufe wirken für sich genommen nicht dramatisch, verstärken aber den Eindruck, dass das Management den aktuellen Kurs nicht als unterbewertet ansieht.
Wer auf Neutron als nächsten großen Werttreiber setzt, muss sich auf weitere Verzögerungen einstellen. Die Chancen auf eine Erholung hängen für mich maßgeblich davon ab, ob die Iridium-Übernahme regulatorisch durchkommt und der Neutron-Erstflug im vierten Quartal tatsächlich hält.
Rocket Lab-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rocket Lab-Analyse vom 31. August liefert die Antwort:
Die neusten Rocket Lab-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rocket Lab-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rocket Lab: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
