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Rocket Lab Aktie: 17-Prozent-Ausschlag zum 10. August

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rocket Lab steht vor der Q2-Bilanz: Analysten sehen Verlust je Aktie, der Optionsmarkt kalkuliert deutliche Kursausschläge ein. Operativ wächst das Geschäft durch neue Aufträge.

Rocket Lab vor Quartalszahlen: Optionsmarkt erwartet starke Kursbewegung
Abstrakte Darstellung moderner Luft- und Raumfahrttechnologie in einer professionellen, technologischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rocket Lab meldet am 10. August seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 – und der Optionsmarkt rechnet mit heftigen Ausschlägen. Analysten erwarten ein Minus je Aktie von 0,06 US-Dollar sowie einen Umsatz von 231,62 Millionen Dollar, ein Plus von rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Optionshändler preisen einen Kursausschlag von 17 Prozent ein, deutlich mehr als der durchschnittliche Sprung nach früheren Quartalsberichten von rund 10,4 Prozent.

Auftragsbücher füllen sich weiter

Operativ läuft es für das Raumfahrtunternehmen rund. Ende Juli unterzeichnete Rocket Lab einen weiteren Mehrfachstart-Vertrag mit dem japanischen Erdbeobachtungsanbieter iQPS: Drei zusätzliche Electron-Missionen ab Ende 2027 bringen die Gesamtzahl der kontrahierten Starts für iQPS auf 18. Jede Mission soll einen QPS-SAR-Satelliten in eine Umlaufbahn von 575 Kilometern bringen, iQPS setzt dabei durchgehend auf das hauseigene Trennsystem Motorized Lightband von Rocket Lab. Seit 2023 hat Electron bereits sieben Satelliten dieser Konstellation mit hundertprozentiger Erfolgsquote gestartet.

Hinzu kommt militärisches Geschäft: Die US-Weltraumstreitkräfte wählten Rocket Lab neben 14 weiteren Unternehmen, darunter Firefly Aerospace und Boeing, für ein mögliches Programm im Volumen von 981 Millionen Dollar aus. Erst wenige Tage zuvor hatte das Unternehmen einen Vertrag über 266 Millionen Dollar mit den Weltraumstreitkräften eingefahren. Der Auftragsbestand lag zuletzt bei 2,2 Milliarden Dollar, der Jahresumsatz 2025 stieg um 38 Prozent auf 602 Millionen Dollar, im ersten Quartal 2026 legte er um 63 Prozent auf 200,3 Millionen Dollar zu.

Kurs unter Druck trotz Wachstum

An der Börse zeigt sich davon wenig. Die Aktie schloss am Freitag bei 56,30 Euro und bewegte sich damit kaum vom Fleck. Binnen 30 Handelstagen hat sie jedoch mehr als ein Drittel ihres Werts verloren, ein Minus von 36,02 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 133,80 Euro, das die Aktie am 27. Mai markierte, klafft mittlerweile eine Lücke von 57,92 Prozent. Der Kursverfall trifft ein Unternehmen, das operativ Rekorde meldet – ein Widerspruch, der viele Anleger derzeit umtreibt.

Iridium-Übernahme als Wendepunkt

Den größten Hebel für die Zukunft sehen Analysten in der rund 8 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Satellitenbetreibers Iridium Communications, die Mitte 2027 abgeschlossen werden soll. Iridium erwirtschaftete in den vergangenen zwölf Monaten einen Gewinn von 93 Millionen Dollar und einen freien Cashflow von 288 Millionen Dollar – Rocket Lab dagegen einen Nettoverlust von 183 Millionen Dollar bei negativem Cashflow von 316 Millionen Dollar. Kombiniert prognostiziert der Motley Fool für 2027 einen Nettogewinn von 137 Millionen Dollar und einen freien Cashflow von 425 Millionen Dollar. Der Deal soll aus einer Kombination beider Geschäftsmodelle erstmals durchgehende Profitabilität ermöglichen.

Ein Risiko bleibt die neue Trägerrakete Neutron: Bei Tests kam es zu einem hydrostatischen Fehler, der Erstflug ist weiterhin für das späte Jahr 2026 anvisiert.

Analysten uneins, Zahlen im Blick

Die Einschätzungen am Markt gehen auseinander. Citizens-Analyst Trevor Walsh bekräftigte zuletzt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 130 Dollar, KeyCorp stufte die Aktie auf Overweight hoch und nennt 135 Dollar als Ziel. Der Analystenkonsens liegt im Schnitt bei einem Kursziel von 110,29 Dollar und der Einstufung Moderate Buy.

Auch institutionelle Investoren bewegen sich uneinheitlich: Dimensional Fund Advisors reduzierte seinen Bestand im ersten Quartal um 8,1 Prozent, während Vanguard seine Position um 13,4 Prozent und Baillie Gifford um 47,2 Prozent ausbaute. Für Anleger bleibt der 10. August damit der nächste entscheidende Prüfstein – die Kombination aus wachsendem Auftragsbestand, der Iridium-Wette und einem stark eingepreisten Kursausschlag macht die kommenden Zahlen zu einem der wichtigsten Termine für die Aktie in diesem Jahr.

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