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Rocket Lab: 2,36 Milliarden Auftragsbestand trotz Neutron-Verzögerung

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rocket Lab übertrifft Umsatzerwartungen, doch die Neutron-Rakete könnte später starten. Analysten bleiben trotzdem zuversichtlich und sehen Kurspotenzial.

Rocket Lab: Rekordquartal, aber Neutron-Verschiebung belastet Aktie
Moderne Raumfahrtanlage mit blauer Beleuchtung als Symbol für industrielle Entwicklung und Luft- und Raumfahrtsektor Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rocket Lab USA hat am Montag Rekordzahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt – und trotzdem brach die Aktie im nachbörslichen Handel um rund 10 Prozent ein. Der Grund: Firmenchef Peter Beck kommentierte, das Startfenster für die neue Neutron-Rakete werde "enger", was auf eine Verschiebung des Erstflugs von Ende 2026 auf 2027 hindeutet. Am Dienstag schloss die Aktie bei 80,01 US-Dollar, nahezu unverändert gegenüber dem Vortag.

Rekordumsatz trifft auf Terminsorgen

Im zweiten Quartal, das am 30. Juni 2026 endete, erzielte Rocket Lab einen Umsatz von 234,1 Millionen US-Dollar – ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr und leicht über der Konsensschätzung von 232,1 Millionen. Der GAAP-Nettoverlust lag bei 49,3 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,08 US-Dollar pro Aktie, etwas schlechter als die erwarteten 0,06 US-Dollar.

Der bereinigte EBITDA-Verlust fiel mit 8,8 Millionen US-Dollar deutlich geringer aus als die eigene Prognose von 20 bis 26 Millionen Verlust. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von 2,13 Milliarden US-Dollar.

Der Auftragsbestand kletterte auf ein Rekordniveau von 2,36 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal stellte das Management einen Umsatz zwischen 250 und 265 Millionen US-Dollar in Aussicht, bei einer GAAP-Bruttomarge von 29 bis 31 Prozent und einem erwarteten EBITDA-Verlust von 17 bis 23 Millionen US-Dollar.

Zusätzliche Rückenwind brachte am 10. August ein Vertrag mit Kepler Communications, der eine dedizierte Neutron-Mission ab Wallops Island in Virginia vorsieht – frühestens im Jahr 2028. Bereits Anfang August hatte die US-Space-Force Rocket Lab im Rahmen des SB-AMTI-Programms einen Auftrag über 397 Millionen US-Dollar zur Entwicklung und zum Betrieb mehrerer "Flatellite"-Satelliten erteilt, die ebenfalls per Neutron ins All gebracht werden sollen.

Wall Street bleibt trotz Verzögerung optimistisch

Trotz der Terminsorgen reagierten mehrere Analysehäuser am 11. August mit angehobenen oder bestätigten Kaufempfehlungen. Cantor Fitzgerald-Analyst Andres Sheppard erhöhte sein Kursziel auf 122 US-Dollar und beließ die Einstufung bei Buy; er bezeichnete Neutron trotz möglicher Terminverschiebungen als "wichtigsten Katalysator".

Bank of America-Analyst Ronald Epstein bestätigte am selben Tag sein Buy-Rating mit Kursziel 115 US-Dollar und wertete die nachbörsliche Kursschwäche angesichts des Rekord-Auftragsbestands als Einstiegschance.

Weitere Häuser bewegten sich in einer ähnlichen Spanne: Needham nannte 120 US-Dollar, KeyBanc 135 US-Dollar, Stifel 132 US-Dollar und Citizens JMP 130 US-Dollar – durchweg mit Kaufempfehlungen und dem Hinweis auf die wachsende Auftragslage sowie die aus ihrer Sicht sinkenden Risiken rund um das Neutron-Projekt.

Insider verkaufen, Cathie Wood kauft

Am 10. August verkauften vier Unternehmensinsider gemeinsam 124.000 Aktien für rund 18,4 Millionen US-Dollar, darunter Präsident Marvin Clevenger, Betriebschef Frank Klein sowie Rechtschef Arjun Kampani – die meisten Transaktionen erfolgten über automatisierte 10b5-1-Handelspläne.

Zugleich kauften die ETFs von Cathie Woods ARK Investment Management am 11. August Rocket-Lab-Aktien zu, während sie parallel Positionen in Deere und Caterpillar abbauten. Ende Juli hatte zudem ein neuer institutioneller Investor eine passive Beteiligung von mehr als 5 Prozent an Rocket Lab offengelegt.

Charttechnisch notiert die Aktie derzeit rund 8 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 87,16 US-Dollar, während sie sich vom 52-Wochen-Tief bei 37,57 US-Dollar bereits deutlich mehr als verdoppelt hat.

Zum Rekordhoch von 151,00 US-Dollar aus dem Frühjahr 2026 bleibt allerdings weiterhin eine Lücke von rund 47 Prozent. Für Anleger bleibt damit die zentrale Frage, ob der Rekord-Auftragsbestand die Neutron-Verzögerung mittelfristig auffangen kann – die Wall Street beantwortet sie derzeit mehrheitlich mit Ja.

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