Roche, Aktie

Roche Aktie: Lunsumio verlangsamt Lymphom signifikant

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Roche meldet positive Lunsumio-Daten, erhält eine Ocrevus-Empfehlung und erweitert mit Dualitas sowie einem Bostoner Zentrum die Pipeline.

Automatisches Diagnostik-Laborgerät mit Touchscreen-Oberfläche im klinischen Labor
Roche Holding AG CH0012032048 – Diagnostik-Analysegerät verarbeitet biologische Proben im modernen klinischen Labor Illustration mit AI erstellt.

Am Freitag meldete der Pharmakonzern Roche einen wichtigen klinischen Fortschritt in der Onkologie. In der Spätphasenstudie CELESTIMO verlangsamte der Wirkstoff Lunsumio in Kombination mit Lenalidomid das Fortschreiten eines follikulären Lymphoms signifikant.

Die Kombination richtet sich an Patienten mit mindestens einer vorherigen Therapielinie. Gleichzeitig erhielt Roche eine Zulassungsempfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur für das Multiple-Sklerose-Medikament Ocrevus bei jüngeren Patienten.

Wichtige Daten für Zulassungserweiterung

Die CELESTIMO-Studie untersuchte die Kombination aus Lunsumio und Lenalidomid im direkten Vergleich zur bisherigen Standardbehandlung aus Rituximab und Lenalidomid. Der primäre Endpunkt des progressionsfreien Überlebens wurde laut Unternehmensangaben statistisch signifikant und klinisch bedeutsam erreicht. Daten zum Gesamtüberleben sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgereift. Neue Sicherheitssignale traten während der Untersuchung nicht auf.

Mit den Ergebnissen verfolgt Roche ein klares regulatorisches Ziel. Bislang verfügt Lunsumio in den USA über eine beschleunigte und in der Europäischen Union über eine bedingte Zulassung ab der dritten Therapielinie. Die neuen Daten sollen diese Einstufungen in eine reguläre Vollzulassung umwandeln. Gleichzeitig strebt der Konzern eine Ausweitung auf Patienten ab der zweiten Behandlungslinie an.

Rückenwind aus Europa und Pipeline-Ausbau

Parallel dazu sprach der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Zulassungsbehörde eine positive Empfehlung für Ocrevus aus. Das Medikament soll künftig auch für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren mit schubförmiger Multipler Sklerose verfügbar sein.

In den USA erteilte die Behörde FDA bereits im Mai eine entsprechende Genehmigung. Die Entscheidung der Europäischen Kommission über die endgültige Marktfreigabe steht in den kommenden Monaten an.

Die Pipeline-Entwicklung ergänzte Roche am Freitag durch eine Kooperation im Bereich bispezifischer Antikörper. Das Unternehmen schloss eine Forschungsvereinbarung mit dem US-Biotech-Entwickler Dualitas Therapeutics für dessen Entdeckungsplattform. Für das Screening zahlt Roche zunächst 36,5 Millionen US-Dollar. Durch Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine kann das Gesamtvolumen der Vereinbarung auf bis zu eine Milliarde US-Dollar ansteigen.

Milliardenprogramm für den US-Standort

Flankiert werden die klinischen Fortschritte durch eine räumliche Expansion. Roche und die Unternehmenstochter Genentech eröffneten am Freitag ein neues Forschungszentrum in Boston auf dem Harvard Enterprise Research Campus.

Der Standort bündelt Entwicklungskapazitäten für Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen. Die Einrichtung ist Teil eines langfristigen Investitionsprogramms von Roche in den USA mit einem Gesamtvolumen von 50 Milliarden US-Dollar.

An den Finanzmärkten wird der Ausbau der Produktpalette genau verfolgt, während Roche auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 351,27 Milliarden Euro kommt. Analysten trauen Lunsumio mittelfristig erhebliche Zuwächse zu und prognostizieren für das Jahr 2026 einen Umsatz von 186 Millionen Euro.

Bis zum Jahr 2029 soll dieser Wert nach Schätzungen auf 397 Millionen Euro anwachsen. Zusätzliche Zulassungen in früheren Behandlungsstadien sind dafür der entscheidende Hebel.

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