Rivian Automotive Registered (A) Aktie: Test für freihändiges Fahren startet
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deRivian schaltet beim Ausbau seiner Softwarefunktionen in den nächsten Gang. Der US-Elektroautobauer hat gestern ein Testprogramm für freihändiges Fahren von Punkt zu Punkt gestartet, während Vorstandschef RJ Scaringe zeitgleich neue Details zu künftigen Assistenz- und Digitalfunktionen präsentierte. An den Märkten sorgt der Vorstoß bislang für wenig Entlastung: Im heutigen Handel gibt die Rivian-Aktie um 3,9 Prozent auf 11,18 Euro nach.
Der Konzern versucht, sich neben dem klassischen Fahrzeuggeschäft wiederkehrende Einnahmen durch Software-Abonnements aufzubauen. Das geplante System soll Fahrer auf definierten Routen spürbar entlasten, bleibt nach Unternehmensangaben jedoch eine überwachte Funktion, bei der die Person am Steuer dauerhaft aufmerksam bleiben muss.
Einladungsprogramm für ausgewählte US-Kunden
Das am Donnerstag gestartete Einladungsprogramm richtet sich vorerst an US-Käufer der zweiten R1-Generation sowie des neuen R2. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein aktives Abonnement des Dienstes Autonomy+, der für einmalig 2.500 Dollar oder monatlich 49,99 Dollar gebucht werden kann. Der begrenzte Testlauf beginnt im Dezember zunächst in den Bundesstaaten Kalifornien und Florida, bevor 2027 eine breitere Verteilung starten soll.
Zugleich bereitet das Unternehmen seinen nächsten Technologie-Präsentationstag vor, der für den 9. Dezember in San Francisco angesetzt ist. Scaringe deutete bei einem Auftritt an, dass die Fahrzeuge künftig auch externe KI-Agenten einbinden könnten. Sicherheitsrelevante Kernfunktionen wie Bremsen oder Lenken sollen diese digitalen Helfer allerdings nicht ausführen.
Hochlauf des R2 stützt operative Ziele
Operativ gewinnt das neue SUV-Modell R2 für den Hersteller massiv an Bedeutung, nachdem Scaringe das Fahrzeug am Mittwoch in New York zeigte. Im dritten Quartal 2026 lieferte Rivian 19.248 Fahrzeuge aus, was einem Anstieg von rund 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. In der Fabrik im Bundesstaat Illinois liefen im selben Zeitraum 19.751 Einheiten vom Band.
Das Management bekräftigte das Auslieferungsziel für das Gesamtjahr 2026 von 65.000 bis 70.000 Fahrzeugen. Während Rivian derzeit die höherpreisige Erstversion des R2 an Kunden übergibt, sind günstigere Standardvarianten für Anfang 2027 angekündigt. Der Produktionsanlauf belastete das Betriebsergebnis zuletzt zwar durch zusätzliche Fertigungskosten, soll dem Konzern bis Ende 2026 jedoch einen positiven Bruttogewinn für die Modellreihe einbringen.
Quartalsbericht rückt in den Fokus
Detaillierte Einblicke in die finanzielle Entwicklung erhalten Anleger am 29. Oktober, wenn Rivian seine vollständige Bilanz für das dritte Quartal vorlegt. Analystenhäuser wie TD Cowen und Citigroup begleiten den Titel mit Einstufungen von „Buy“ beziehungsweise „Hold“. Seit Jahresanfang liegt der Kurs der Aktie mit 37 Prozent im Minus.
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