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Rio Tinto Aktie: Bank of America senkt Kursziel

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 03:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Analysehaus verweist auf ein angepasstes Produktionsmodell und vorsichtigere Kostenannahmen; die neutrale Bewertung bleibt bestehen.
Rio Tinto plc (ISIN GB0007188757) fördert Rohstoffe wie Eisenerz, hier in extremer Makroaufnahme sichtbar Illustration mit AI erstellt.

Die Bank of America hat ihr Kursziel für Rio Tinto am 15. Oktober von 8.900 GBp auf 8.800 GBp gesenkt. Die Einstufung blieb bei „Neutral“. Ausschlaggebend waren ein aktualisiertes Produktionsmodell und ein vorsichtigerer Kostenausblick. Damit reicht das Wachstum beim Eisenerzabsatz aus Sicht des Analysehauses nicht für eine positivere Bewertung.

Für Anleger liegt der Schwerpunkt dieser Einschätzung auf dem Zusammenspiel von Mengen und Kosten. Höhere Verkäufe sind operativ positiv. Die Kurszielsenkung verdeutlicht jedoch, dass die Absatzentwicklung allein nicht über die Bewertung entscheidet. Eine Aussage über sinkende Gewinne ist mit dem vorsichtigeren Kostenausblick nicht gleichzusetzen.

Eisenerzabsatz wächst, Jahresprognose steht

Rio Tinto meldete für das dritte Quartal 2026 einen Anstieg der Eisenerzverkäufe aus Pilbara um 2% auf 85,7 Millionen Tonnen. Der Produktionsbericht erschien am 14. Oktober.

Die Entwicklung stützt damit die Mengenseite des Geschäfts. Rio Tinto nahm den höheren Absatz allerdings nicht zum Anlass, die Jahresprognose für Pilbara anzuheben. Das unterscheidet den operativen Fortschritt von einer verbesserten Erwartung für das Gesamtjahr.

Weltweit legten die Eisenerzverkäufe um 3% auf 90,8 Millionen Tonnen zu. Für Pilbara bestätigte Rio Tinto die Absatzprognose von 323–338 Millionen Tonnen im Gesamtjahr.

Die bestätigte Prognose setzt einen Rahmen für die Einordnung des Quartals. Sie signalisiert Kontinuität beim erwarteten Absatz, während die Bank of America auf der Kostenseite vorsichtiger kalkuliert. Beide Aussagen betreffen unterschiedliche Teile der wirtschaftlichen Entwicklung und widersprechen sich deshalb nicht.

Kupfer und Lithium setzen unterschiedliche Akzente

Die konsolidierte Kupferproduktion blieb im Jahresvergleich mit 205.000 Tonnen unverändert. Bei Oyu Tolgoi stieg die Kupferförderung dagegen um 27%. Simandou erreichte eine auf das Jahr hochgerechnete Produktionsrate von ungefähr 10 Millionen Tonnen.

Das Wachstum bei Oyu Tolgoi führte somit nicht zu einem Anstieg der gesamten konsolidierten Kupferproduktion. Auch die Simandou-Angabe ist klar einzuordnen: Eine hochgerechnete Produktionsrate beschreibt nicht die tatsächlich über ein volles Jahr geförderte Menge.

Bei Lithium erwartet Rio Tinto die Jahresproduktion am unteren Ende der Prognosespanne von 61.000–64.000 Tonnen.

Damit liefert der Produktionsbericht kein einheitliches Wachstumssignal. Höhere Eisenerzverkäufe und der Zuwachs bei Oyu Tolgoi stehen einer unveränderten Kupfergesamtproduktion und der vorsichtigeren Einordnung bei Lithium gegenüber. Die Kurszielsenkung der Bank of America ergänzt dieses Bild um das Kostenrisiko: Operative Fortschritte sind vorhanden, rechtfertigten für das Analysehaus aber keine positivere Einstufung.

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