Rigetti, Aktie

Rigetti Aktie: David Rivas wird COO

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 18:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rigetti verliert nach Managementumbau und Insiderverkäufen 7,1 Prozent. Trotz Umsatzwachstum und CHIPS-Förderung bleibt die Aktie unter Druck.

Rigetti-Aktie rutscht ab: Führungswechsel und Insiderverkäufe belasten Kurs
Abstrakte Darstellung eines modernen Quantencomputer-Labors mit Fokus auf Technologie und Unternehmenskultur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Quantencomputing-Unternehmen Rigetti Computing befindet sich in einer Phase des personellen Umbruchs. Während der Konzern seine operative Struktur für die Auslieferung von Quantensystemen neu ausrichtet, sieht sich die Aktie an den Märkten mit erheblichem Gegenwind konfrontiert. Am heutigen Montag notiert das Papier bei 14,25 Euro, was einem Rückgang von 7,1 Prozent entspricht.

Strategische Neuausrichtung im Management

Im Zentrum der aktuellen Entwicklungen steht eine umfassende Reorganisation des Führungsteams, die auf die wachsende Nachfrage nach Quantensystemen vor Ort reagiert. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde der bisherige Chief Technology Officer (CTO) David Rivas zum Chief Operating Officer (COO) ernannt. In dieser Rolle verantwortet er künftig die Bereiche Fertigung, Systemauslieferung, Software sowie die Regierungs- und Geschäftsentwicklung.

Parallel dazu übernimmt Andrew Bestwick den Posten des CTO. Er führt damit die größte Ingenieursabteilung von Rigetti an, in der die Chip-Entwicklung, die Prozessorarchitektur und das Hardware-Engineering konsolidiert werden. Diese Straffung der internen Abläufe soll laut Unternehmensangaben die Effizienz bei der Entwicklung neuer Technologien steigern.

Flankiert wird dieser Umbau durch eine Veränderung im Aufsichtsorgan. Das Board-Mitglied Dr. Ray Johnson hat seinen Rücktritt mit Wirkung zum 28. August erklärt. Das Unternehmen betonte dabei ausdrücklich, dass das Ausscheiden nicht auf Unstimmigkeiten über die Geschäftspolitik oder Betriebsabläufe zurückzuführen sei, sondern einen geordneten Übergang in der Governance darstelle.

Insiderverkäufe und sektorweite Schwäche belasten Kurs

Zusätzlich zur internen Umstrukturierung belasteten zuletzt Meldungen über Anteilsverkäufe durch Führungskräfte die Stimmung. Wie aus SEC-Pflichtmitteilungen hervorgeht, veräußerten COO David Rivas und CFO Jeffrey A. Bertelsen am vergangenen Donnerstag Aktienpakete.

Rivas trennte sich von 9.038 Stammaktien zu einem Durchschnittspreis von 16,7885 US-Dollar, während Bertelsen 3.860 Anteile abgab. Medienberichten zufolge hingen diese Transaktionen mit Steuerverpflichtungen aus der Zuteilung von Aktienoptionen zusammen.

Der heutige Kursrutsch steht jedoch auch im Kontext einer allgemeinen Schwäche im Sektor für Quantentechnologie. Steigende Renditen bei Staatsanleihen setzten zuletzt insbesondere unprofitable Wachstumswerte unter Druck. Mit dem aktuellen Kursrückgang liegt das Papier nun 5,2 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für Anleger auf 26 Prozent.

Finanzlage und staatliche Förderung

Trotz der kurzfristigen Kursverluste konnte Rigetti operativ zuletzt Fortschritte vermelden. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 5,1 Millionen US-Dollar, verglichen mit 1,8 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Dennoch bleibt die Rentabilität eine Herausforderung: Der operative Verlust belief sich auf 28,1 Millionen US-Dollar, während unter dem Strich ein Nettoverlust nach GAAP von 52,6 Millionen US-Dollar stand. Die Liquiditätsposition bleibt mit 541,3 Millionen US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen solide.

Ein wichtiger Impulsgeber für die kommenden Jahre könnte die staatliche Unterstützung sein. Rigetti hat mit dem US-Handelsministerium eine Absichtserklärung über eine Förderung im Rahmen des CHIPS Act unterzeichnet. Diese sieht Mittel von bis zu 100 Millionen US-Dollar über drei Jahre vor, um Herausforderungen bei der Skalierung supraleitender Quantencomputer zu adressieren. Im Gegenzug würde das Ministerium eine Beteiligung am Unternehmen erhalten.

Analysten bewerten die Lage derzeit unterschiedlich. Die Experten von Jefferies senkten am 7. August ihr Kursziel von 20 auf 18 US-Dollar und bestätigten ihre Halte-Empfehlung, wobei sie auf notwendige Meilensteine bei der Systemgenauigkeit verwiesen.

Das Analysehaus Wedbush hingegen hatte Anfang August die Abdeckung mit einem Kursziel von 37 US-Dollar und einer Einstufung als "Outperform" aufgenommen. Ein wichtiger Termin für den operativen Fortschritt steht bereits fest: Am 1. September beginnt der Bau des TangleLab-Testbeds, für das Rigetti ein 9-Qubit-Novera-System liefern wird.

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