Rigetti, Aktie

Rigetti Aktie: C-DAC-Auftrag über 8,4 Millionen

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 02:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rigetti steigert im zweiten Quartal die Bruttomarge, bleibt aber defizitär. Zinsen und Technologiewerte belasten die Aktie trotz Indien-Auftrag.

Rigetti-Aktie unter Druck trotz Fortschritten und Indien-Auftrag
Abstrakte Darstellung eines Quantencomputer-Prozessors in einer hochmodernen, atmosphärisch beleuchteten Laborumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Aktien von Rigetti Computing sind am gestrigen Freitag um 4,4 Prozent auf 13,46 Euro gefallen und setzen damit eine schwache Handelswoche fort. In den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier insgesamt 12 Prozent an Wert. Dieser Rückgang steht weniger im Zusammenhang mit unternehmensspezifischen Hiobsbotschaften, sondern spiegelt eine breite Korrektur im Technologiesektor wider.

Steigende Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen, die zuletzt die Marke von 4,71 Prozent erreichten, belasten insbesondere Unternehmen der Quantencomputer-Branche, deren Bewertung maßgeblich auf weit in der Zukunft liegenden Cashflows basiert.

Operativer Fortschritt trifft auf makroökonomischen Gegenwind

Während das Marktumfeld für Wachstumsaktien schwierig bleibt, meldete Rigetti zuletzt Fortschritte in seinem operativen Geschäft. Für das zweite Quartal 2026 wies das Unternehmen einen Umsatz von 5,1 Millionen US-Dollar aus. Ein wesentlicher Treiber war dabei der Verkauf der Novera-Quantenprozessoren.

Die Bruttomarge verbesserte sich deutlich auf 43 Prozent, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch bei 31 Prozent gelegen hatte. Dennoch verzeichnete Rigetti einen Nettoverlust nach Non-GAAP-Standard in Höhe von 16 Millionen US-Dollar oder 0,05 US-Dollar pro Aktie.

Ein wichtiger Impulsgeber für das kommende Halbjahr könnte ein Auftrag aus Indien sein. Das Centre for Development of Advanced Computing (C-DAC) hat ein 108-Qubit-System im Wert von 8,4 Millionen US-Dollar bestellt.

Die Erlöse aus diesem Geschäft werden voraussichtlich im vierten Quartal 2026 verbucht, sobald die Installation und die Abnahmeprüfungen abgeschlossen sind. Trotz dieser Aufträge notiert der Kurs derzeit mit einem Abschlag von 73 Prozent deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 50,30 Euro.

Personalien und Insidergeschäfte im Fokus

Innerhalb der Führungsebene gab es Mitte August personelle Veränderungen. David Rivas wurde zum Chief Operating Officer ernannt und verantwortet nun unter anderem die Fertigung, die Systemauslieferung und die Geschäftsentwicklung. Parallel dazu übernahm Andrew Bestwick die Rolle des Chief Technology Officer, wobei sein Schwerpunkt auf der Architektur der Cepheus-Meerschicht-Systeme und der Entwicklung von Quantenprozessoren liegt.

In diesem Zusammenhang wurden auch Transaktionen von Führungskräften gemeldet. Medienberichten zufolge veräußerten sowohl Rivas als auch Bestwick und Finanzvorstand Jeffrey Bertelsen am 20. August Aktienpakete.

Diese Verkäufe waren jedoch nicht diskretionär, sondern dienten der Begleichung von Steuerverpflichtungen im Rahmen der Zuteilung von Aktienoptionen. Insgesamt belaufen sich die Insiderverkäufe über die vergangenen zwölf Monate auf 39 Millionen US-Dollar, während im selben Zeitraum keine Käufe durch das Management verzeichnet wurden.

Technologische Meilensteine und staatliche Förderung

Technologisch setzt Rigetti auf die Skalierung seiner Hardware. In diesem Jahr wurde mit dem Cepheus-1-108Q der bislang größte Multi-Chip-Quantencomputer des Unternehmens bereitgestellt, der auf einer Architektur von zwölf zusammengeschalteten 9-Qubit-Chiplets basiert.

Zudem weitete das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit Hewlett Packard Enterprise und dem Pittsburgh Supercomputing Center aus, um ein hybrides System aus klassischen Supercomputern und Quantenrechnern zu entwickeln.

Unterstützung erhält die Entwicklung auch von staatlicher Seite. Rigetti hat bereits im Mai eine Absichtserklärung mit dem US-Handelsministerium über eine Förderung von bis zu 100 Millionen US-Dollar unterzeichnet.

Diese Mittel sollen die Forschung und Entwicklung beschleunigen, um technische Herausforderungen bei der Skalierung supraleitender Quantencomputer zu bewältigen. Trotz dieser langfristigen strategischen Absicherungen reagiert die Aktie derzeit empfindlich auf das Zinsumfeld, was sich in der hohen annualisierten Volatilität von 92 Prozent widerspiegelt.

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