Rigetti, Aktie

Rigetti Aktie: 5-Millionen-Dollar-Zuschuss für TangleLab

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 19:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rigetti steigert Quartalsumsatz um 185 Prozent, verzeichnet aber höheren Nettoverlust. Neue Partnerschaften und starke Liquidität prägen den Ausblick.

Rigetti Computing: Umsatzsprung dank kommerzieller Neuausrichtung
Abstrakte Darstellung eines Quantencomputer-Labors mit leuchtenden Lichtknoten für Hochtechnologie und Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rigetti Computing hat im zweiten Quartal 2026 eine deutliche Steigerung seiner Erlöse erzielt und dabei die Erwartungen des Marktes übertroffen. Das Wachstum wurde maßgeblich durch eine strategische Neuausrichtung auf das kommerzielle Geschäft getrieben. Trotz des Umsatzsprungs weitete sich der Nettoverlust aufgrund bilanzieller Sondereffekte aus, während neue Forschungsprojekte und institutionelles Interesse die künftige Entwicklung prägen.

Kommerzielles Segment sorgt für Umsatzsprung

Im abgelaufenen Quartal meldete Rigetti einen Umsatz von 5,14 Millionen Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 185 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und liegt leicht über den Konsensschätzungen von 5,09 Millionen Dollar.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die Verschiebung der Kundenstruktur: Mittlerweile stammen 82 Prozent der Einnahmen von kommerziellen Kunden, nachdem dieser Anteil im Vorjahr lediglich bei 8,3 Prozent gelegen hatte.

Allerdings verdeutlicht der Quartalsbericht auch eine hohe Abhängigkeit von einzelnen Auftraggebern. Medienberichten zufolge entfielen 64 Prozent des gesamten Quartalsumsatzes auf einen einzigen kommerziellen Kunden. Auf der Ergebnisseite verzeichnete das Unternehmen nach GAAP einen Nettoverlust von 52,6 Millionen Dollar, was einer Ausweitung um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Dieser Anstieg ist primär auf nicht zahlungswirksame Anpassungen bei Optionsverbindlichkeiten zurückzuführen. Der bereinigte Non-GAAP-Nettoverlust belief sich auf 16,0 Millionen Dollar oder 0,05 Dollar je Aktie, womit Rigetti die Analystenerwartungen von minus 0,046 Dollar je Aktie knapp verfehlte.

Forschungsprojekte und operative Meilensteine

Das Unternehmen treibt seine technologische Expansion durch neue Kooperationen voran. Am 7. August kündigte Rigetti eine Partnerschaft mit Hewlett Packard Enterprise (HPE) und dem Pittsburgh Supercomputing Center (PSC) an. Gemeinsam soll das Projekt „TangleLab“ realisiert werden, ein hybrider Teststand für Quanten- und klassisches Supercomputing.

Gefördert wird das Vorhaben durch einen Zuschuss der National Science Foundation in Höhe von 5 Millionen Dollar. Der Baubeginn für die Anlage ist für den 1. September geplant, während der volle Betrieb für das Jahr 2027 angestrebt wird.

Parallel dazu bleibt Rigetti bei seinen internationalen Projekten im Zeitplan. Das Unternehmen bestätigte am 6. August, dass die Auslieferung eines Systems mit 108 Qubits an das indische Centre for Development of Advanced Computing (C-DAC) weiterhin für das laufende Jahr 2026 vorgesehen ist.

Die entsprechende Umsatzrealisierung wird für das vierte Quartal erwartet. Finanziell verfügt das Unternehmen über eine solide Basis von 541,3 Millionen Dollar an Barmitteln und Investitionen bei gleichzeitiger Schuldenfreiheit.

Reaktionen am Kapitalmarkt und institutionelle Positionen

Die Aktie zeigte sich im jüngsten Handel stabil und schloss am Freitag bei 16,31 Euro. Damit notiert der Wert etwa 5,7 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier jedoch einen Rückgang von 15 Prozent, was die volatile Phase im Sektor der Quantentechnologie widerspiegelt.

Institutionelle Investoren passten zuletzt ihre Positionen an. Der Vermögensverwalter BlackRock erhöhte seinen Anteil laut einer Pflichtmitteilung auf 26.378.262 Aktien, was einer Beteiligung von 7,9 Prozent entspricht.

Zudem gaben regulatorische Meldungen Aufschluss über Anteilsverkäufe aus der Führungsebene. In den vergangenen 90 Tagen veräußerten Finanzvorstand Jeffrey Bertelsen und Direktor Ray Johnson insgesamt 728.901 Aktien im Gesamtwert von rund 17,5 Millionen Dollar.

Die Einschätzungen der Analystenhäuser fielen nach den Quartalszahlen gemischt aus. Die Experten von Jefferies bekräftigten am 7. August ihre Einstufung mit „Hold“ und beließen das Kursziel bei 18,00 Dollar.

Medienberichten zufolge gab es am Dienstag sowie am 8. August hingegen Herabstufungen durch andere Analysehäuser, die das Papier nun mit „Sell“ bewerten. Dennoch wird die starke Cash-Position von über einer halben Milliarde Dollar als Puffer für die weiteren Forschungs- und Entwicklungsschritte angesehen.

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