Rheinmetall Aktie: Papperger warnt vor Raketen-Lücken
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Tochtergesellschaft von Rheinmetall hat Fördermittel für die Entwicklung innovativer Fertigungsverfahren akquiriert. Das Vorhaben konzentriert sich auf Produktionsprozesse zur Herstellung leistungsstarker NanoLam™-Kondensatoren. Vorbörslich notiert die Aktie des Konzerns bei 997,50 Euro. Der Düsseldorfer Rüstungsbauer weist an der Börse aktuell eine Marktkapitalisierung von 47,22 Milliarden Euro auf.
Die staatlichen Fördermittel sollen dabei helfen, skalierbare Fertigungsprozesse im industriellen Maßstab zu etablieren. Damit erweitert das Unternehmen sein technologisches Profil in einem hochspezialisierten Komponentenbereich.
Fortschritte bei Ausbildungstechnik und Artilleriemunition
Neben der Komponentenfertigung verzeichnete Rheinmetall gestern einen operativen Erfolg bei Heeresausrüstung. Der Konzern absolvierte den sogenannten Factory Acceptance Test für ein neues Ausbildungsgerät. Das System unterstützt künftig die Schieß- und Gefechtsausbildung für den schweren Waffenträger Infanterie.
Parallel dazu füllen sich die Auftragsbücher im traditionellen Munitionsgeschäft weiter. Am 14. September vergab ein internationaler Kunde einen Großauftrag über mehrere zehntausend 155-mm-Artilleriegeschosse. Die Auslieferung der Munition ist für das Jahr 2027 vorgesehen.
Das finanzielle Volumen dieses Artillerieauftrags bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Der Neuabschluss spiegelt den anhaltend hohen Bedarf an Munitionsnachschub bei westlichen Partnerstaaten wider.
Autonome Systeme und neue Gefechtsfahrzeuge
Auf dem Zukunftsfeld unbemannter Systeme verbuchte die US-Tochtergesellschaft einen Vertriebserfolg. American Rheinmetall liefert 12 autonome Bodenfahrzeuge des Typs Mission Master SP an das U.S. Marine Corps. Der Auftragswert beziffert sich auf 7 Millionen US-Dollar.
Zusätzliche Varianten zeigte das Unternehmen auch im Segment bodengebundener Gefechtsfahrzeuge. Am 16. September stellte das Partnerbündnis Team Wolf auf der Fachmesse DVD 2026 die taktischen Fahrzeuge Timber Wolf und Silver Wolf vor.
Papperger mahnt Lücken bei Raketenbeständen an
Trotz der gut gefüllten Auftragsbücher sieht das Management erhebliche Defizite bei der Verteidigungsbereitschaft. Medienberichten zufolge bezeichnete Vorstandschef Armin Papperger am 17. September die deutschen Raketenbestände als „besorgniserregend niedrig“. Zugleich stellte er eine künftig stark wachsende Bedeutung von Robotersystemen im militärischen Umfeld in Aussicht.
Kapitalmarktseitig steht für Rheinmetall die Teilnahme an der Berenberg and Goldman Sachs German Corporate Conference in München im Kalender. An der Börse bleibt der Kurs indes mit deutlichem Abstand unter dem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro.
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