Rheinmetall Aktie: Papperger plant 30-Milliarden-Investition
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall stellt die Weichen für die Bewältigung seiner historischen Auftragsflut. Konzernchef Armin Papperger kündigte in einem Gespräch mit dem Handelsblatt am heutigen Dienstag an, über einen Zeitraum von sechs Jahren rund 30 Milliarden Euro investieren zu wollen. Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Rüstungskonzern ein Umsatzwachstum von 40 Prozent an.
Der massive Ausbau der Kapazitäten erfordert hohe Vorleistungen. Dieser Hochlauf belastete die Liquidität vorübergehend spürbar, sodass im ersten Halbjahr ein negativer Cashflow von minus 1,6 Milliarden Euro anfiel. Zum Jahresende oder Anfang des kommenden Jahres stellt das Management jedoch die Rückkehr zu einem positiven Mittelzufluss in Aussicht.
Meilenstein beim Schweren Waffenträger
Parallel zu den finanziellen Weichenstellungen meldet der Konzern operative Fortschritte bei Kernprojekten der Bundeswehr. Die Tochter Rheinmetall Electronics absolvierte am Standort Bremen die Werksabnahme für das Ausbildungsgerät des Schweren Waffenträgers Infanterie. An der Prüfung waren Vertreter des Beschaffungsamts BAAINBw, des Amts für Heeresentwicklung sowie der Infanterieschule beteiligt.
Bis Mitte 2027 sollen insgesamt fünf dieser Simulationssysteme an die Streitkräfte übergeben werden. Das erste Gerät soll die Truppe im Herbst 2026 erhalten, um Besatzungen noch vor dem Zulauf erster Gefechtsfahrzeuge zu schulen. Technisch baut das System auf dem Simulator für den Schützenpanzer Puma auf, der sich bereits in der Serienfertigung befindet.
Tests autonomer Systeme in Portugal
Neben Landsystemen treibt das Unternehmen Technologien für unbemannte Einsätze voran. Auf der multinationalen Militärübung REPMUS26 in Portugal testet Rheinmetall vernetzte maritime Systeme. Das Unternehmen erprobt dort modulare Führungs- und Kontrollzentren zum Schutz von Häfen und Küstengewässern.
Auch international verbucht die unbemannte Sparte operative Zugänge. Für das U.S. Marine Corps liefert das Unternehmen zwölf Exemplare des autonomen Bodenfahrzeugs Mission Master SP im Rahmen eines Auftrags über 7,28 Millionen US-Dollar.
Verhaltene Reaktion am Aktienmarkt
Anleger reagieren auf die jüngsten Entwicklungen zurückhaltend. Im heutigen Handel gibt die Aktie um 0,2 Prozent nach und notiert bei 1.009,60 Euro. Damit liegt das Papier 26 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Für die Marktteilnehmer bleibt entscheidend, wie zügig der Konzern die hohen Auftragsbestände in margenstarke Erlöse überführen kann.
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