Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: Jahresprognose gekürzt, Lieferverzögerungen belasten

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 08:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rheinmetall korrigiert die Jahreserwartungen wegen operativer Probleme, während neue Rüstungsaufträge aus Europa und dem Ausland eintreffen.

Generischer gepanzerter Radpanzer im Dämmerlicht auf staubigem Truppenübungsplatz, Seitenansicht
Rheinmetall AG (DE0007030009) zeigt einen gepanzerten Radpanzer im Dämmerlicht auf einem staubigen Truppenübungsplatz Illustration mit AI erstellt.

Rheinmetall verzeichnet kontinuierlich neue Bestellungen aus dem In- und Ausland. Dennoch geriet der Rüstungskonzern an den Finanzmärkten unter Druck, nachdem Zielanpassungen und Berichte über operative Verzögerungen die Erwartungen gedämpft haben. Am gestrigen Montag beendete das Papier den Handel bei 1.012,00 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 35 Prozent.

Kassierte Jahresprognose und operative Belastungen

Das Management passte die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten an. Ursprünglich hatte das Unternehmen mit Erlösen zwischen 14,0 und 14,5 Milliarden Euro gerechnet.

Neben dem gekappten Umsatzziel kündigte der Konzern einen deutlich negativen operativen freien Cashflow an. Gleichzeitig machten operative Hürden Schlagzeilen. Medienberichten zufolge kam es zu Lieferverzögerungen beim Radpanzer und beim Flugabwehrsystem Skyranger. Zudem sorgten Berichte über mögliche Qualitätsmängel bei Schutzplatten für Verunsicherung.

Die Abschwächung der Jahresziele zeichnete sich bereits im Sommer ab. Am 6. August veröffentlichte Rheinmetall die Zahlen für das zweite Quartal 2026. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum kletterte der Quartalsumsatz um 69 Prozent auf 3,289 Milliarden Euro.

Das operative Quartalsergebnis legte um 115 Prozent auf 562 Millionen Euro zu. Die Marge lag im zweiten Quartal bei 17,1 Prozent, während das Unternehmen für das Gesamtjahr rund 19 Prozent anpeilt. Diese Profitabilität zeigt das robuste Grundgeschäft, auch wenn Reibungsverluste in der Fertigung das Tempo bremsen.

Kontinuierlicher Nachschub im Orderbuch

Trotz der aktuellen Herausforderungen bei der Abarbeitung bleibt die Nachfrage nach Rüstungsgütern ungebrochen hoch. Streitkräfte in ganz Europa rüsten ihre Bestände auf und vergeben großvolumige Aufträge an den Konzern.

Am 14. September sicherte sich Rheinmetall einen Großauftrag über 155-mm-Artilleriemunition von einem internationalen Kunden. Das Bestellvolumen bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Im maritimen Bereich erhielt das Unternehmen am 30. Juni den Auftrag zur Modernisierung der Fregatte Bayern für die Deutsche Marine, ebenfalls dotiert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Auch außerhalb Deutschlands füllen sich die Auftragsbücher weiter. Im Konsortium Omnia Training übernimmt Rheinmetall einen Auftragsanteil von knapp 1 Milliarde Euro für die Digitalisierung der britischen Gefechtsausbildung. Zudem bestellten die dänischen Streitkräfte das Schiffsschutzsystem MASS für ihre Fregatten, was ein Volumen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich umfasst.

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