Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: ATACMS-Produktion mit Lockheed verzögert

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 08:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rheinmetall meldet späteren Start der Raketenproduktion in den USA. Nach gesenkter Jahresprognose erholt sich der Aktienkurs leicht.

Rheinmetall: Verzögerung bei ATACMS-Fertigung mit Lockheed Martin
Abstrakte Darstellung einer modernen Rüstungsfertigung in einer Industriehalle mit Fokus auf Präzisionstechnik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Hochlauf der geplanten ATACMS-Produktion von Rheinmetall gemeinsam mit Lockheed Martin braucht mehr Zeit als ursprünglich gedacht. Das teilte der Düsseldorfer Rüstungskonzern am Freitag mit. Der Deal ist Teil eines größeren US-Nachschubprogramms für die weitreichenden Raketen, die die Ukraine im Krieg gegen Russland einsetzt.

Verzögerung bei strategischem US-Projekt

Für Rheinmetall ist die Partnerschaft mit Lockheed Martin ein wichtiger Baustein der US-Expansion. ATACMS-Munition gilt als knappes Gut in westlichen Lieferketten, und ein eigener Fertigungsstrang in Kooperation mit einem der größten US-Rüstungskonzerne würde Rheinmetall zusätzliche Kapazitäten und einen tieferen Zugang zum amerikanischen Verteidigungsmarkt sichern.

Dass der Anlauf nun länger dauert, dürfte Anleger nicht überraschen — Rüstungsprojekte dieser Größenordnung erfordern komplexe Abstimmungen zwischen Zulieferern, Behörden und den beteiligten Konzernen.

Die Meldung reiht sich ein in eine ohnehin turbulente Berichtssaison. Erst am vergangenen Donnerstag hatte Rheinmetall seine Halbjahreszahlen vorgelegt und dabei die Umsatzprognose für 2026 gesenkt, nachdem der deutsche Marineauftrag für die F126-Fregatten weggefallen war.

Der Konzern rechnet nun mit 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro Umsatz für das laufende Jahr, zuvor waren es 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro. Der erwartete Umsatzausfall im Naval-Geschäft beläuft sich auf 300 Millionen Euro. Nach eigenen Angaben will sich Rheinmetall künftig stärker auf eigene Fregatten und kleinere Boote konzentrieren, um die Werftkapazitäten auszulasten.

Kernzahlen bleiben robust

Trotz der Prognosekorrektur im Naval-Segment zeigt der Konzern operativ Stärke. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz auf 5.227 Millionen Euro gegenüber 3.749 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis lag bei 786 Millionen Euro, die Marge bei 15,0 Prozent.

Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni mit 80,5 Milliarden Euro einen Rekordwert, ergänzt um Neubestellungen von 16,2 Milliarden Euro allein im ersten Halbjahr. Für das Gesamtjahr hält Rheinmetall an einem organischen Umsatzwachstum von 28 bis 31 Prozent und einer operativen Marge von rund 19 Prozent fest.

Kursreaktion nach turbulenter Woche

Der Aktienkurs zeigte sich nach der Verunsicherung durch die gesenkte Prognose zuletzt erholt: Am Freitag legte das Papier um 2,7 Prozent zu und schloss bei 1.207,00 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 5,6 Prozent zu Buche, über 30 Tage sogar von 23 Prozent.

Zum bisherigen Jahreshoch von 2.007,00 Euro, erreicht am 3. Oktober vergangenen Jahres, bleibt allerdings weiterhin deutlich Abstand — die Aktie notiert rund 40 Prozent darunter. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 22 Prozent zu Buche.

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