Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: ATACMS mit Lockheed Martin

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 20:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rheinmetall erhält dänischen MASS-Auftrag und treibt ATACMS-Produktion mit Lockheed Martin voran. Iveco-Übernahme bleibt offen.

Rheinmetall: Neuer Dänemark-Auftrag und US-Deal stützen Wachstum
Abstrakte Darstellung moderner Verteidigungstechnologie und Luft- und Raumfahrt in einer professionellen, düsteren Ästhetik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rheinmetall treibt seine Expansion im Verteidigungsgeschäft auch abseits des vielbeachteten Halbjahresberichts vom vergangenen Donnerstag voran. Die dänischen Streitkräfte haben am Freitag einen neuen Auftrag für das Schiffsschutzsystem MASS erteilt.

Ausgerüstet werden Fregatten der ABSALON-Klasse und der IVER-HUITFELDT-Klasse. Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Rüstungsdeals ein, die den prallen Auftragsbestand des Düsseldorfer Konzerns weiter stützen.

Parallel dazu verfolgt Rheinmetall ein deutlich größeres Vorhaben in den USA: Am 7. Juli unterzeichnete das Unternehmen mit Lockheed Martin ein Memorandum of Understanding zur gemeinsamen Produktion von Army Tactical Missile Systems, kurz ATACMS.

Gefertigt werden soll am Standort Unterlüß in Norddeutschland. Erste Umsatzerlöse aus dem Gemeinschaftsunternehmen erwartet Rheinmetall für 2028 – ein Termin, der zeigt, wie langfristig solche Rüstungsprojekte angelegt sind.

Iveco-Übernahme bleibt in der Schwebe

Noch offen ist ein drittes Wachstumsfeld: die mögliche Übernahme des Militärlastwagen-Geschäfts von Iveco, das derzeit zu Leonardo gehört. Konzernchef Papperger bekräftigte am 7. August das Interesse an dem Deal, machte aber deutlich, dass weitere Gespräche vom neuen Leonardo-CEO Lorenzo Mariani abhängen.

Eine „Handshake-Vereinbarung“ habe es mit dessen Vorgänger bereits gegeben. Leonardo selbst hatte Ende Juli bestätigt, unverbindliche Gespräche zu führen – ein „Gentlemen's Agreement“ existiere, verbindlich sei jedoch nichts. Ein Verkauf sei eine Option unter mehreren. Papperger zeigte sich zuversichtlich, nach der Sommerpause ein Treffen zu vereinbaren.

Kurs erholt sich, bleibt aber unter altem Hoch

An der Börse notiert die Rheinmetall-Aktie aktuell bei 1.212,60 Euro und gibt damit im Tagesvergleich um 0,4 Prozent nach. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 6,2 Prozent zu Buche, über 30 Tage sogar von 23 Prozent – ein Zeichen dafür, dass der Markt die jüngsten Auftragsmeldungen und die im Halbjahresbericht bestätigte operative Stärke honoriert. Seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch 22 Prozent im Minus, zum 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro vom 3. Oktober fehlen der Aktie 40 Prozent.

Die Diskrepanz zwischen kurzfristiger Erholung und langfristigem Kursrückgang erklärt sich auch aus der gestornerten F126-Fregatte: Die Bundesregierung hatte das 12,8-Milliarden-Euro-Programm nach bereits getätigten Ausgaben von rund 2,3 Milliarden Euro abgebrochen und will stattdessen acht kleinere MEKO-A-200-Fregatten von ThyssenKrupp Marine Systems beschaffen. Das drückte die Umsatzguidance für das laufende Jahr auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro.

Boxer-Vertrag als nächster Prüfstein

Für Anleger rückt damit ein Termin in den Fokus, der die entstandene Lücke mehr als schließen könnte: Am 9. Dezember entscheidet der Bundestag über den sogenannten Arminius-Vertrag zur Beschaffung von Boxer-Fahrzeugen. Kommt der Vertrag wie geplant zustande, würde er das durch die F126-Streichung entstandene Auftragsloch übertreffen.

Mit einem Auftragsbestand von 80,5 Milliarden Euro und einer für das Gesamtjahr avisierten operativen Marge von rund 19 Prozent bleibt Rheinmetall trotz der Rückschläge auf Wachstumskurs – die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die neuen Deals in Dänemark und den USA sowie ein möglicher Iveco-Abschluss in belastbare Umsätze verwandeln.

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