Rheinmetall Aktie: Abnahmetest für AGSW abgeschlossen
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 14:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Rheinmetall notiert am heutigen Montag bei 983,20 Euro und verliert damit 0,2 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus im Kurszettel auf 37 Prozent. Nach Rückschlägen bei maritimen Großprojekten arbeitet der Düsseldorfer Rüstungskonzern intensiv daran, das Vertrauen der Investoren durch das Kerngeschäft an Land zurückzugewinnen.
Der Markt hatte in den vergangenen Monaten vor allem den Abbruch prestigeträchtiger Beschaffungsvorhaben verdauen müssen. Nun richten Marktteilnehmer den Blick verstärkt auf anstehende Großaufträge im Fahrzeugbereich sowie den forcierten Ausbau der Munitionsproduktion.
Trotz dieser Delle wuchs der Auftragsbestand zur Jahresmitte auf mehr als 80 Milliarden Euro. Vorstandschef Armin Papperger peilt zudem noch vor Jahresende einen milliardenschweren Ausgleich an.
Im Zentrum steht dabei das Radpanzer-Programm Arminius für die Bundeswehr. Dieser Auftrag könnte die Lücke, die durch den gestoppten Marineauftrag entstanden ist, operativ mehr als schließen.
Massiver Ausbau der Treibladungskapazitäten
Parallel zum Fahrzeuggeschäft treibt der Konzern den Ausbau der Munitionssparte voran. Über die Tochtergesellschaft Nitrochemie läuft das Ausbauprojekt mit dem Namen Firepower. Ziel ist es, die Produktion von Treibladungspulver und modularen Ladungen innerhalb der kommenden 24 Monate mehr als zu verdoppeln. Bis zum Jahr 2030 strebt Rheinmetall eine Jahreskapazität von 20.000 Tonnen Pulver an.
Allein am bayerischen Standort Aschau sind dafür Investitionen von rund 250 Millionen Euro vorgesehen. Weitere Mittel fließen in Produktionsstätten in der Schweiz und in Spanien. Mit diesen Kapazitäten will das Unternehmen den anhaltend hohen Bedarf an Artillerie- und Panzermunition absichern.
Abnahmetest für Infanterie-Ausbildung abgeschlossen
Auch im Bereich der Simulationstechnik meldet der Konzern operative Fortschritte. Rheinmetall Electronics schloss den Werksabnahmetest für das Ausbildungssystem AGSW ab, das für den Schweren Waffenträger Infanterie entwickelt wurde. Die Auslieferung des ersten Simulators an die Infanterieschule ist für diesen Herbst vorgesehen. Bis Mitte 2027 sollen insgesamt fünf dieser Systeme übergeben werden.
Ergänzend dazu sicherte sich die Marinesparte einen mehrjährigen Rahmenvertrag der Bundeszollverwaltung. Die Vereinbarung umfasst Wartungs- und Reparaturarbeiten an vier Zollschiffen mit Flüssigerdgas-Antrieb. Rheinmetall baut damit neben den großen Rüstungsprojekten auch sein kontinuierliches Dienstleistungsgeschäft schrittweise aus.
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