Rheinmetall Aktie: 5.200 Schutzplatten gesperrt
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Berlins Innensenatorin Iris Spranger geht scharf mit Rheinmetall ins Gericht. Grund sind Schutzplatten aus dem Baujahr 2017, die vorzeitig ihre Schutzwirkung verloren haben sollen. Die SPD-Politikerin fordert vom Rüstungskonzern nun Schadenersatz.
Durchschüsse beim Beschussamt
Auslöser der Kritik sind Tests beim Beschussamt Mellrichstadt, bei denen die Platten der Schutzklasse 4 durchschossen wurden. Am 29. Juli untersagte Berlin daraufhin die weitere Nutzung von rund 5.200 betroffenen Schutzplatten der Polizei.
Rheinmetall soll nun Ersatz liefern: 2.000 neue Platten des Typs VPAM 6 Plus im Wert von 1,2 Millionen Euro sind für September angekündigt. Ob und in welcher Höhe der Konzern für die mangelhafte Ausrüstung geradesteht, ist damit noch offen — Sprangers Forderung nach Schadenersatz steht im Raum, eine Einigung ist bislang nicht bekannt.
Der Fall fällt in eine Phase, in der Rheinmetall als zentraler Profiteur der deutschen Verteidigungsausgaben gilt. Die Bundesregierung hat die Militärausgaben zwischen Januar und Juli auf 48 Milliarden Euro gesteigert, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Investitionen in diesem Bereich legten sogar um 123 Prozent zu. Vor diesem Hintergrund wirkt die Kritik an Qualitätsmängeln bei einem eher kleinteiligen Ausrüstungsposten wie den Schutzwesten fast schon als Kontrastprogramm zu den Milliardenaufträgen, die den Konzern sonst begleiten.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse hat die Rheinmetall-Aktie zuletzt ohnehin schwierige Wochen hinter sich. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 27 Prozent zu Buche, vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro vom 3. Oktober trennen das Papier mittlerweile 44 Prozent.
Der jüngste Rücksetzer summiert sich über sieben Handelstage auf minus 7,1 Prozent. Ein einzelner Streit um Schutzplatten dürfte diese Entwicklung kaum treiben — er reiht sich vielmehr in eine Serie von Belastungsfaktoren ein, die von geopolitischen Unsicherheiten bis zu allgemeiner Risikoscheu bei Rüstungswerten reichen.
Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Auf der einen Seite stehen strukturell steigende Verteidigungsbudgets in Deutschland, die Rheinmetalls Auftragslage langfristig stützen sollten. Auf der anderen Seite mehren sich Meldungen, die operative Schwächen offenlegen — und genau solche Nachrichten könnten das ohnehin fragile Sentiment weiter belasten.
Der Fall der Berliner Polizeiausrüstung mag finanziell überschaubar sein, symbolisch wiegt er schwerer: Er nährt Zweifel an der Qualitätskontrolle eines Konzerns, der sich als verlässlicher Partner des Staates präsentiert.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 25. August liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
