Rheinmetall Aktie: 250-Millionen-Lager in Litauen
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall baut sein Geschäft mit militärischer Infrastruktur weiter aus. Der Konzern erhält den Zuschlag für Bau und Betrieb eines modularen Militärlagers in Litauen, das bis zu 2.000 Soldaten aufnehmen kann. Das Bauvolumen beläuft sich auf 250 Millionen Euro, hinzu kommen rund 40 Millionen Euro jährlich für Betrieb und Unterstützungsleistungen.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Aufträgen ein, die Rheinmetall zuletzt gemeldet hat. Erst am Montag wurde bekannt, dass die Bundeswehr 149 zusätzliche mobile medizinische Stationen im Wert von über 500 Millionen Euro bestellt hat – Teil eines Rahmenvertrags, der bereits Ende 2024 geschlossen wurde.
Die Produktion dieser Rettungsstationen soll im ersten Quartal 2027 anlaufen. Zudem meldete Rheinmetall Anfang August ein Memorandum of Understanding mit Lockheed Martin zur gemeinsamen Produktion von ATACMS-Lenkflugkörpern am Werk Unterluess, wo ab 2027 entsprechende Produktionsanlagen entstehen sollen.
Auftragsbestand wächst deutlich
Diese Einzelaufträge fügen sich in ein größeres Bild: Der Auftragsbestand des Konzerns lag zum 30. Juni bei 80,5 Milliarden Euro, gegenüber 56,0 Milliarden Euro im Vorjahr.
Die vor gut drei Wochen veröffentlichten Quartalszahlen zeigten ein Umsatzplus von 69,8 Prozent auf 3.289 Millionen Euro im zweiten Quartal, das operative Ergebnis kletterte um 115 Prozent auf 562 Millionen Euro bei einer Marge von 17,1 Prozent. Seit der Veröffentlichung hat sich der Kurs kaum bewegt, er liegt rund 2,3 Prozent niedriger als davor.
Auffällig war zugleich der operative freie Cashflow: Er fiel im ersten Halbjahr auf minus 1.616 Millionen Euro, nach minus 631 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum – allein im zweiten Quartal waren es minus 1.331 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nach der Stornierung des F126-Fregattenprogramms mit einem Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro sowie einer operativen Marge von rund 19 Prozent.
Kurs bleibt unter Druck
Trotz der Auftragsflut kommt die Aktie nicht aus ihrer Schwächephase heraus. Sie notiert aktuell bei 1.123,80 Euro und damit rund 44 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das Anfang Oktober erreicht wurde.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 28 Prozent, allein in der vergangenen Woche verlor das Papier 7,3 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 902,50 Euro, das im Juni markiert wurde, hat sich der Kurs allerdings um 25 Prozent erholt.
Die politische Großwetterlage bleibt entscheidend für die weitere Entwicklung. Die Einstellung des F126-Fregattenprogramms hatte die Aktie zeitweise um fast 20 Prozent einbrechen lassen und erfordert Abschreibungen von rund 2 Milliarden Euro.
Umso mehr richtet sich der Blick nun auf den 9. Dezember, wenn der Bundestag über das sogenannte Arminius-Programm entscheidet – einen milliardenschweren Auftrag für Boxer-Panzerfahrzeuge, der das F126-Loch nach Einschätzung von Marktbeobachtern mehr als ausgleichen könnte.
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